Sie hilft beim Schutz vor Starkregen - die Stadt Erkrath schafft eine Stelle zur Überflutungs-Vorsorge.

Erkrath : Sie berät Bürger zum Thema Starkregen

Miriam Riese befasst sich bei der Stadt Erkrath mit der Überflutungsvorsorge.

Seit Sommer ist Miriam Riese als Beraterin für die Starkregen- und Überflutungsvorsorge beim Abwasserbetrieb der Stadt Erkrath beschäftigt. Sie verstärkt das Team um den Leiter der Abwasserbetriebe, den Bauingenieur Karsten Ditscheid, der Anfang des Jahres die Nachfolge in diesem Bereich von dem in den Ruhestand getretenen Leiter des Tiefbauamtes, Rolf Heffungs, angetreten hat. Sein insgesamt zwölfköpfiges Team setzt sich aus vier (Tief-)Bauingenieuren, einem Technikermeister, einem Kanalmeister, einer Juristin, zwei Sekretariats-Mitarbeiterinnen und nun Miriam Riese zusammen. Sie hat ihren Master in Umwelt-Hydrologie in Berlin erworben.

Regelmäßige Besprechungen mit Kollegen anderer Fachbereiche

„Ich habe Geografie studiert und mich nach dem Bachelor im Bereich Umwelt-Hydrologie spezialisiert. Meine Masterarbeit befasste sich bereits mit Starkregen-Eereignissen“, erzählt die gebürtige Solingerin, die nach dem Abschluss in Potsdam an einem Forschungsprojekt zu den Auswirkungen von Starkregen im Bereich Städteentwicklung gearbeitet hat. „Als ich die Ausschreibung für die Stelle in Erkrath gesehen habe, habe ich mich beworben, da ich gern in meine alte Heimat zurück wollte und sie genau meinem Profil entspricht“, verrät die junge Frau, die sich regelmäßig mit den Kollegen vom Grünflächenamt, Immobilienmanagement, Tiefbau- und Planungsamt zusammensetzt, um gemeinsam potenzielle Gefahrenpunkte im Bereich Überflutung oder Kanalbau aufzudecken und negative Auswirkungen von Starkregen-Ereignissen, wie etwa im Jahr 2016 in Erkrath aufgetreten, zu minimieren.

„Schon in dem Jahr ist auf Initiative des Bürgermeisters beschlossen worden, die Stelle eines Beraters für Starkregen-Ereignisse und Überflutung einzurichten“, berichtet Karsten Ditscheid. Erkrath sei eine der wenigen Städte im Kreis, die eine solche Stelle geschaffen haben. „Danach ist zunächst im Geoportal Isis (Intelligentes Satellitendaten-Informationssystem) eine Starkregen-Karte erarbeitet worden, auf der jeder Erkrather sich informieren kann, ob er in einem besonders gefährdeten Bereich lebt“, ergänzt der Fachmann.

„Wir kommen auch zu den Bürgern nach Hause, wenn diese eine Beratung benötigen“, erklärt Miriam Riese. „Wir haben außerdem eine Broschüre mit Informationen erarbeitet, die auf der Website der Stadt Erkrath heruntergeladen werden kann. Sie liegt auch in gedruckter Form in den Bürgerbüros und allen Ämtern aus.“

Prüfung schon im Vorfeld eines geplanten Baus vornehmen

Wichtig ist Karsten Ditscheid und Miriam Riese, dass bereits im Vorfeld eines geplanten Bau eines Privathauses oder einer Gewerbeimmobilie geprüft wird, wie es sich in dem Baubereich mit Wasser, das von unten hochdrückt, verhält oder wie der Schutz vor Starkregen aufgrund der Geländetopografie aussehen muss. „Wir wünschen uns, dass Architekten und Bauherren sich vor der Planung Informationen bei uns einholen, denn es ist immer kostengünstiger Schutzmaßnahmen direkt beim Bau umzusetzen als später nachzurüsten. Auch wenn Nachrüstungsmaßnahmen auf jeden Fall sinnvoll sein können, denn die Behebung eventueller Schäden ist oft wesentlich teurer“, so die Fachberaterin.

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