Sekundar- oder Gesamtschule?

Stadt und Land informieren Eltern über integrierte Schulformen.

Erkrath. Sekundarschule oder Gesamtschule — wie entwickelt sich die Schullandschaft in Erkrath? Ein Thema, das zurzeit vielen Eltern von Grundschülern auf den Nägeln brennt. Und genau deshalb hat das Schulamt jetzt zu einer Infoveranstaltung über den jüngst im Rat beschlossenen Schulentwicklungsplan in die Stadthalle eingeladen.

Fakt ist: Weder eine Sekundar- noch eine Gesamtschule sind derzeit geplant. Der Schulentwicklungsplan sieht aktuell keine Maßnahmen vor. „Aber um Erkrath herum entwickelt sich die Schullandschaft in Richtung integrierte Schulform“, sagte Gutachter Detlef Garbe von Garbe Consult in Leichlingen den Eltern.

Auf Elternseite häuften sich die Fragen: „Was ist mit Kindern, die früher wegen ihres Leistungsvermögens auf die Hauptschule gegangen sind. Ziehen die die anderen Kinder in einer Gesamt- oder Sekundarschule nicht runter?“, fragte eine Mutter. Heinz Gniostko von der Schulaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf verneinte: „Gesamtschulen gibt es seit 40 Jahren. Es zeigt sich, dass beide Gruppen voneinander lernen. Wenn man 20 Hauptschüler auf drei, vier Klassen verteilt, profitieren sie davon.“

Der Unterricht an einer integrierten Schulform setze ein verändertes Lehren voraus — kein Frontalunterricht mehr wie früher. Lehrer würden vielmehr moderieren, Schüler erklärten sich den Stoff häufiger gegenseitig. „Eine Sekundarschule hat keine eigene Oberstufe, kann nur gegründet werden, wenn eine Kooperation mit einem Gymnasium vorliegt. Die Schüler, die nach der zehnten Klasse die zentrale Abschlussprüfung bestehen, haben ein Anrecht auf einen Oberstufenplatz“, erklärte Gniostko. Deshalb sei an Sekundarschulen ein Drittel der Lehrer auch Gymnasiallehrer.

Garbe stellte den Eltern zwei Szenarien vor: „Eine Gesamtschule würde zu Veränderungen in beiden Stadtteilen führen — Hauptschule und Realschulen würden wegfallen.“ Aber Hochdahl und Erkrath hätten Potenzial für eine Sekundarschule. In jedem Stadtteil sollte zeitgleich eine gegründet werden, um Schülerbewegungen zu vermeiden. Hauptschule und Realschulen würden dann auch aufgelöst.

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