Schulbrände in Erkrath: Schüler werden nach Pfingsten an drei Standorten unterrichtet

Erkrath : Kriminalpolizei ermittelt am Tatort

Nach den Bränden an zwei Schulen in Erkrath sucht die Kripo nach Spuren. Die Polizei ist verstärkt auf Streife.

Die Kriminalpolizei hat gestern damit begonnen, den Tatort der abgebrannten Grundschule Sandheide an der Brechtstraße zu untersuchen. Möglicherweise haben Unbekannte vorsätzlich ein Feuer an der Schule gelegt. In der Sandheide ist die Grundschule durch ein Großfeuer in der Nacht zum Sonntag fast völlig zerstört worden. Die Pavillons aus dem Jahr 1969 müssen zum größten Teil abgerissen werden, da sie durch das Feuer zerstört oder durch die Rußentwicklung unbrauchbar wurden.

„Die Kripo konnte nicht früher in die Gebäude. Zunächst musste geklärt werden, ob wir in die Pavillons können und sie nicht einstürzen. Außerdem muss der Löschschaum beseitigt werden, damit die Kollegen arbeiten können“, sagt Polizeisprecher Ulrich Löhe. Noch unklar ist, ob und wie sich das Unwetter mit dem Starkregen am Montagvormittag auf die Spurenlage ausgewirkt hat.

Der Brand soll am hinteren Teil der Schule entstanden sein

Das Feuer an der Grundschule Sandheide ist laut Feuerwehrchef Guido Vogt im hinteren Teil der Schule in Richtung Daniel-Schreiber-Weg ausgebrochen. Dieser Bereich ist von zahlreichen Bäumen umgeben und kaum einsehbar. Ein Mann, der an der Beckhauser Straße, also in der Nähe der Brechtstraße wohnt, teilte noch am selben Abend mit, dass er etwa eine Stunde vor dem Ausbruch des Feuers am Samstag zwei Jugendliche beobachtet habe, die versucht hätten, mit einem Feuerzeug Sträucher am Straßenrand anzuzünden. Als die beiden jungen Leute angesprochen wurden, hätten sie sich schnell entfernt. Dieser wichtige Zeuge ist gestern von der Polizei befragt worden.

Fest steht, dass das weitere Feuer in der Carl-Fuhlrott-Hauptschule an der Rankestraße in der Nacht zum Samstag vorsätzlich gelegt wurde. Die Täter hatten einen Klassenraum verwüstet, den Abfluss eines Waschbeckens verstopft, das Wasser aufgedreht und so eine Überschwemmung mit Wasserschaden erzeugt. Dann hatten sie ein Feuer gelegt. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen. Die Polizei stellte Farbschmierereien fest. Zudem wurden mehrere Außenjalousien verbogen und beschädigt. Schaden: 60 000 Euro.

Die Polizei fährt seit Sonntag vermehrt Streife in Erkrath, teilte die Stadtverwaltung mit. Der städtische Krisenstab hat gestern noch einmal getagt. Ergebnis: Bis Pfingsten fällt der Unterricht aus.

Rund 190 Schüler werden
auf drei Standorte aufgeteilt

Ab Mittwoch, 12. Juni, werden die rund 190 Kinder bis zu den Sommerferien in Klassenstufen aufgeteilt und an drei unterschiedlichen Standorten unterrichtet. Die ersten Klassen weichen in das evangelische Gemeindehaus am Hans-Sachs-Weg aus, die zweiten werden im Kinderhaus Sandheide am Irene-Nett-Weg 22 unterrichtet. Die Dritt- und Viertklässler konnten im Gymnasium Hochdahl (Schulzentrum Rankestraße) untergebracht werden. Die Schüler treffen sich ab morgens um 7.45 Uhr am Sandheider Markt am Evangelischen Gemeindehaus und laufen gemeinsam mit den Lehrkräften zum Gymnasium Hochdahl.

Für die ebenfalls vom Brand betroffene Jugendmusikschule wird nach alternativen Räumen gesucht. Auch die Betreuung für Kinder berufstätiger Eltern ist laut Stadt bis zu den Sommerferien gesichert. Ab heute, 8 Uhr, werden die im Offenen Ganztag angemeldeten Kinder in der Evangelischen Kindertagesstätte Sandheide an der Schildsheider Straße empfangen. Ab dem 12. Juni gelten dann wieder die üblichen OGS-Zeiten.

Um das Geschehen aufarbeiten zu können, wird der schulpsychologische Dienst in allen Klassen mit den Kindern über den Vorfall sprechen und als Seelsorger zur Verfügung stehen. Das Abschlussfest der vierten Klassen soll am 12. Juli in der Turnhalle 2 am Kinderhaus Sandheide stattfinden. Die geplante Feier zum Schuljubiläum wurde verschoben. Eltern, die noch Informationsbedarf haben, können die Schulleitung unter Telefon 0178/6173082 und die Stadtverwaltung unter Telefon 0211/2407-4002 erreichen.

Interview S. 21