Schützenfest in Unterbach: „Wenig Schlaf gehört einfach dazu“

Schützenfest in Unterbach: „Wenig Schlaf gehört einfach dazu“

Erst vor wenigen Wochen kippten die Sebastianer einen Punkt ihrer Satzung. Ab sofort dürfen auch Frauen den Altschützen beitreten.

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Erkrath/Unterbach. Dass das Unterbacher Schützenfest schon seit Freitag in vollem Gange ist, merkt man Elmo Keller kaum an. Trotz des frühen Aufstehens und der langen Feier am Vortag wirkt der Vorsitzende der St. Hubertus Schützenbruderschaft am Sonntagmorgen ausgeruht und voller Tatendrang. „Wenig Schlaf gehört dazu. Das Schützen-Wecken hat bei uns Tradition — und das Pflegen von Traditionen ist uns wichtig“, sagt er. Neuerungen gegenüber ist die Bruderschaft trotzdem nicht abgeneigt. Erst kürzlich wurde auf der Hauptversammlung des Schützenvereins ein Punkt in der Satzung gekippt. So können in Unterbach jetzt auch Frauen den Altschützen beitreten. Zuvor hatten weibliche Mitglieder nur bei den Jungschützen mitwirken dürfen — der 24. Geburtstag bedeutete das Ende der aktiven Schützenzeit. „Man muss mit der Zeit gehen“, sagt Elmo Keller. Auch seine Tochter profitiert von der neuen Regelung. Antonia Keller ist seit zwölf Jahren leidenschaftliche Schützin im Verein. Ihr großer Wunsch vor dem Übertritt zu den Altschützen: Einmal Prinzessin der Jüngeren zu werden. „In den vergangenen acht Jahren war es wie verhext“, erklärt die 23-Jährige. „Ich habe zwar den Vogel getroffen, aber runtergekommen ist er bei mir nie.“ Mit fehlendem Talent habe das nichts zu tun, erklärt ihre Freundin Sarah Schmidt. Wer Prinzessin werde, sei Glückssache. Sarah war eine der Ersten, die den Antrag stellten, in die Reihe der Altschützen aufgenommen zu werden. Seit acht Jahren mit dabei, ist der Verein für sie längst zu einem zweiten Zuhause geworden. „Es wurde Zeit, dass die Satzung geändert wird“, sagt die ausgebildete Krankenschwester. Immerhin seien weibliche Mitglieder bei den Jungschützen schon jetzt in der Mehrheit. hgw