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Schachturnier im Bürgerhaus: Schachmatt in 30 Minuten

Schachturnier im Bürgerhaus: Schachmatt in 30 Minuten

300 Teilnehmer lieferten sich im Bürgerhaus ein Schachturnier im Wettlauf gegen die tickende Stoppuhr.

Hochdahl. Mit rauchenden Köpfen sitzen sich die beiden Spieler gegenüber. Den Blick starr auf das Spielfeld vor ihnen gerichtet, mit den Gedanken immer schon einen oder zwei Züge voraus. Und dann geht alles plötzlich ganz schnell. Zug um Zug im Sekundentakt.

Bei den traditionsreichen Erkrather Jugend-Open wurde den knapp 300 jungen Spielern der Altersklassen U8 bis Ü18 im Hochdahler Bürgerhaus am Wochenende so einiges an Raffinesse und Spielwitz abverlangt. Schnellschach stand auf dem Turnierplan.

„Im Gegensatz zum ,gewöhnlichen’ Schach hat hier jeder Spieler insgesamt nur 15 Minuten Zeit. Nach jedem Spielzug wird die Uhr gestoppt. So dauert ein Spiel maximal 30 Minuten“, erklärte Daniel David, der Vorsitzende des Gastgebervereins SC Erkrath.

Was ihn an dem Spiel so fasziniert? „Es ist diese Mischung aus Wissenschaft, Kunst und Sport“, sagt David, dessen Kinder selbst im Club aktiv sind. Die verschiedenen Systeme, die Spielzüge und das Wettkampfgefühl würden einen ganz besonderen Reiz ausmachen.

Immerhin schon seit zehn Jahren richtet der Verein das Turnier im Bürgerhaus aus. Die Veranstaltung besitzt bundesweit einen guten Ruf. Regelmäßig gehören Gäste aus Niedersachsen und Bayern zu den Teilnehmern.

Dies liegt nicht zuletzt an den zahlreichen namenhaften Spielern, die der SCE in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Dadurch hat der Verein sich einen guten Ruf erworben.

Unter anderem begann der Internationale Meister Lars Stark hier seine Schachkarriere. Ein weiterer Grund für die rege Teilnahme ist zudem die Ausweisung als offizielles Grand-Prix-Turnier des Schachverbandes NRW. Die Spieler können bei den Jugend Open Punkte für einen Gesamtsieg am Ende der Saison sammeln.

Das hatten auch Fabian Schadler (16) und Rene Agiyaman (17) aus Welper bei Bochum vor. „Seit zwölf Jahren spielen wir jede Woche gemeinsam Schach“, sagt Schadler. „Eigentlich ist dabei sein ja alles, aber hier zu gewinnen, wäre schon toll.“

Am Ende sollte es für die beiden jedoch nicht zum Turniersieg reichen. Dennoch betonten die Freunde, auch im kommenden Jahr wieder mitmachen zu wollen. Daniel David zeigte sich am Ende des Turnierwochenendes zufrieden mit dem Verlauf: „Das waren zwei tolle Tage. Wir hatten kaum Verzögerung im Ablauf und eine Rekordteilnehmerzahl von fast 300 Spielern. Das macht uns sehr stolz“.

Im kommenden Jahr feiert das Turnier sein 20-jähriges Bestehen. Dann wird die Schachbegeisterung in Erkrath womöglich erneut einen weiteren Höhepunkt erreichen.