Regeln fürs Spielen auf Schulhöfen

Regeln fürs Spielen auf Schulhöfen

Eltern bemängeln, dass nach den Unterrichtszeiten viele Spielflächen nicht uneingeschränkt genutzt werden können.

Die Schulhöfe sind geräumig, dort stehen Spielgeräte oder Tischtennisplatten und wenn man will, kann man dort auch Fahrradfahren üben. Ein geschützter Raum ohne störenden Autoverkehr. Schon vor etwas mehr als zwei Jahren hatten sich Eltern in der Stadt Erkrath dafür eingesetzt, dass die Schulhöfe auch offiziell als Spielplätze frei gegeben werden. Die entsprechende Satzung der Stadt wurde extra geändert.

Dort heißt es: „Schulhöfe sind außerhalb der Schulzeiten grundsätzlich als Spielfläche freigegeben. Welche Nutzung dieser Spielfläche zugelassen ist, ergibt sich aus der Beschilderung vor Ort.“ Doch offenbar weicht die Realität vom Ratsbeschluss ab. Eltern beklagen sich darüber, dass einzelne Schulhöfe nachmittags abgeschlossen sind und eben nicht als öffentliche Spielfläche für Kinder zur Verfügung stehen. Das Gymnasium sowie die Realschule in Alt-Erkrath seien darüber hinaus mit hohen Zäunen abgesichert worden. Aber es gibt auch Lob: An den Grundschulen in der Sandheide und Kempen klappe das Spielen nach Schulschluss gut.

Detlef Ehlert (SPD) hat sich jetzt an die Stadt gewandt. „Abgeschlossene Schulhöfe — das ist falsch, das darf nicht sein, während der Schulzeiten außerhalb des Schulbetriebs nicht und schon gar nicht außer der Unterrichtszeiten an Schulen, also während der Ferien“, so Ehlert.

Doch auch wenn die Schulhöfe geöffnet sind, die Besucher müssen sich an Regeln halten. Es dürfen nur Kinder bis 14 Jahren dort spielen, Schluss ist spätestens um 20 Uhr. Verboten ist der Konsum von Alkohol, Drogen oder sonstigen Rauschmitteln. Hunde darf man auch nicht mitbringen.

Richtig Ärger gab es auch schon um den Schulhof der ehemaligen Realschule an der Schmiedestraße. Aufgrund des sehr unterschiedlich gestalteten Geländes, auf dem es leicht zu Unfällen kommen kann, wurde dort ein Spielverbots-Schild aufgestellt. Darüber hinaus ist durch den Standort der Erkrather Tafel dort häufig Autoverkehr. Die Stadt befand, der Schulhof sei als Spielplatz denkbar ungeeignet.

Wie es zu den unterschiedlichen Regelungen kommt, erklärt der zuständige Dezernent und erste Beigeordnete der Stadt Erkrath, Ulrich Schwab-Bachmann: „Grundsätzlich sind alle Schulhöfe als Spielplätze zugelassen“.

Auf dem Schulhof der Friedrich-Fröbel-Schule (Förderschule) an der Schinkelstraße habe sich jedoch eine Szene etabliert, die dort einfach nur abhängen wolle, auch am Wochenende. Da dort kein Hausmeister vor Ort sei, sei alles vermüllt und mit Grafitti beschmiert. Hinzu kämen zerschlagene Bierflaschen.

Laut Schwab-Bachmann habe es auch am Gymnasium in Alt-Erkrath Probleme mit Vandalismus gebeben. Man habe sich schwer getan, das umzäunte Gelände zu bestimmten Zeiten auch abzuschließen. Aber dies habe Erfolge erzielt. Seitdem das Gelände ab 20 Uhr zu ist, sei kein Grafitti mehr hinzu gekommen und es gebe weniger Anliegerbeschwerden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung