1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Erkrath

ÖPNV: Gewerbegebiet Unterfeldhaus wird ab Juni nicht mehr bedient

ÖPNV: Gewerbegebiet Unterfeldhaus wird ab Juni nicht mehr bedient

Der Versuch, das Gewerbegebiet Unterfeldhaus an den ÖPNV anzuschließen, ist gescheitert. Die Kunden blieben aus.

Erkrath. Eine Bushaltestelle vor der Firmentüre kann beim Bewerbungsgespräch durchaus ein Argument mit Überzeugungskraft sein.

Wenn ein Mitarbeiter nicht kilometerweit laufen muss, sondern durch kurze Wege Zeit spart, ist solch ein Standortvorteil nicht zu vernachlässigen.

So dachten Unternehmer aus Unterfeldhaus und baten die Stadt, die Linie 737 doch in die Tiefen des Gewerbegebiets Unterfeldhaus fahren zu lassen. Die Politiker nickten diesen Wunsch ab.

Als Folge der Zustimmung fährt die Rheinbahn seit 9. Januar 2011 die beiden neu eingerichteten Haltestellen „Am Tönisberg“ und „Heinrich-Hertz-Straße“ auf ihrer Route über Max-Planck- und Heinrich-Hertz-Straße an. Vorausschauend wurde diese Konstruktion auf ein Jahr zur Probe ausgeschrieben.

Vorausschauend deshalb, weil die Nachfrage — zurückhaltend formuliert — als überschaubar bezeichnet werden kann: Eine Fahrgastzählung kam zu dem ernüchternden Resultat, dass zwischen montags und freitags von Düsseldorf aus kommend 16 Fahrgäste an beiden neuen Haltestellen zusammen eingestiegen sind. In der Gegenrichtung waren es lediglich neun. Ausgestiegen ist allen Tagen kein einziger Fahrgast.

Diese Zahlen haben am Dienstag die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Umwelt und Verkehr dazu bewogen, diese Form der mobilen Wirtschaftsförderung einzustellen. „Das Angebot hat die Stadt 16 000 Euro pro Jahr gekostet“, sagte Amtsleiter Peter Heffungs. Ab Juni wird die Linie 737 der Rheinbahn wieder über den Niermannsweg fahren und das Gewerbegebiet aussparen.

Als Grund für das Scheitern nennt Bürgermeister Arno Werner eine Fehleinschätzung von zwei Unternehmern. „Uns gegenüber wurde es so dargestellt, dass es großes Interesse am Bus gäbe.“

Als Folge dieses Drängens aus Reihen der Wirtschaft habe sich die Stadt bereiterklärt, der neuen Linienführung zuzustimmen. Werner: „Angeblich gab es da eine größere Gruppe von Mitarbeitern, die mit dem Bus fahren wollten.“ Die Wirklichkeit sah anders aus. aram