Ob Statue oder Mahnmal — die Ercroder Jonges setzen Marken

Ob Statue oder Mahnmal — die Ercroder Jonges setzen Marken

Der Heimatverein hat sein 30-jähriges Bestehen dem Regen zum Trotz groß gefeiert.

Erkrath. „Was habt ihr im letzten Jahr nur verbrochen, dass wir hier heute mit so einem Wetter gestraft werden?“, fragte Gerd Bartels in die Runde der letzten Aufrichtigen, die sich auch durch Petrus nicht von der Teilnahme am traditionellen Maifest der „Ercroder Jonges“ am Samstag auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule abhalten ließen.

Das Motto für den Tag gab Bartels, Rektor der Schule an der Freiheitstraße, dann schließlich selbst vor: „Guckt tief ins Glas, dann haben wir auch Spaß.“ Das ließen sich die Besucher nicht zweimal sagen, denn immerhin handelte es sich um ein besonderes Ereignis: Seit 30 Jahren setzen sich die Jonges um ihren Baas Alfred Niek bereits für Brauchtum und Denkmalpflege in Erkrath ein. Grund genug, auf dieses Jubiläum gepflegt anzustoßen.

Siegfried Stegbauer ist seit 23 Jahren dabei und freut sich darüber, was der Verein in dieser Zeit für die Stadt geleistet hat: „Ich bin Erkrather durch und durch, das hier ist meine Heimat. Es ist wichtig, mit den Bürgern zu reden und auf Meilensteine in der Historie hinzuweisen.“

Ob das Mahnmal „Lesendes Mädchen“ am CBT-Heim, die Gedenktafel unweit des Nordbahnhofs für die sieben Jungen, die mit Munition spielend im Jahr 1945 gestorben sind, oder die etwa 1,50 Meter große Maria-und Josef-Statue, die auf dem Wanderweg „Maria im Tal“ steht — in ganz Erkrath verteilt haben dieMitglieder der Ercroder Jonges ihre Marken gesetzt.

Und doch gibt es für die Zukunft einige Fragezeichen. Stegbauer: „Wie so viele andere Vereine haben auch wir ein Nachwuchsproblem. Aufgrund von Sterbefällen schwinden die Mitgliederzahlen, und es kommt derzeit zu wenig nach.“

Aktuell steht Alfred Niek zwar noch knapp 140 Mitgliedern vor, doch auch er beklagt das mangelnde Interesse der Jugend an der Bewahrung von traditionellem Brauchtum in ihrer Stadt: „Das ist natürlich schade, aber wir werden weiterkämpfen.“

Der gebürtige Unterbacher, selbst bereits seit 24 Jahren im Verein tätig, schwärmt von den Errungenschaften während dieser Zeit: „Es ist toll, was hier ehrenamtlich auf die Beine gestellt wurde. Ich denke, wir haben den Erkrathern einige wichtige und schöne Dinge geben können.“

Dazu gehört auch, sich für ein gutes Verhältnis aller Vereine untereinander zu engagieren. Beim Maifest etwa waren auch Vertreter der Karnevalsgesellschaften anwesend. „Im vergangenen Jahr sind einige Vereine näher zusammengerückt. Es macht einfach Spaß, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagte Gabi Bunk von den „Hängern“, die in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Arbeit der „Ercroder Jonges“ lobend hervorhob.

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