Neustart fürs Ferienprogramm

Der Verein „Interaktiv“ hatte erstmalig eine Betreuung für Kinder nach der Grundschulzeit organisiert. Er fordert dafür aber mehr Unterstützung von der Stadt.

Neustart fürs Ferienprogramm
Foto: D. Janicki

Erkrath. Geht es nach den Plänen des Vereins „Interaktiv“, soll die Ferienbetreuung für Kinder, die der Grundschule und damit dem offenen Ganztag entwachsen sind, ein dauerhaftes Angebot werden. Zur recht kurzfristig (Mitte Juni, vier Wochen vor den Sommerferien) von der Stadt angekündigten Premiere des Programms, das zumindest für die ersten drei Ferienwochen wochentags von 8 bis 16 Uhr im Grundschulgebäude Düsselstraße angeboten wurde, sind zwar nur drei Kinder angemeldet worden, aber der Bedarf ist weitaus größer — das hatten zwei engagierte, voll berufstätige Erkrather Mütter, Barbara Schraven und Kirsten Berning, Politik und Verwaltung im Mai dieses Jahres mit einem Bürgerantrag klargemacht, der im Herbst im Jugendhilfeausschuss diskutiert wird.

Nach besagtem Bürgerantrag sei der Stein zwar erfreulicherweise prompt ins Rollen gekommen, aber: „Für die Sommerferien ist diese Ferienbetreuung natürlich viel zu kurzfristig eingerichtet worden. Berufstätige Eltern müssen mit viel mehr Vorlauf planen. Wie fast alle meine Freunde und Bekannten habe auch ich daher schon anderweitig eine Ferienbetreuung für meinen Sohn finden müssen“, sagt Barbara Schraven.

Auch Dagmar Kähler, deren Sohn schließlich an der Ferienbetreuung (Kosten: 70 Euro pro Woche) teilnehmen konnte, bemängelt: „Das Angebot war viel zu kurzfristig und ist auch nicht richtig kommuniziert worden. Kaum einer wusste etwas davon und in der Schule sind auch nicht, wie von der Stadt angekündigt, Informations- und Anmeldezettel verteilt worden.“

Ihrem Sohn habe die Betreuung, die in die OGS der ersten bis vierten Klassen in der Grundschule Düsselstraße eingebunden war, zwar gefallen, vor allem die Ausflüge zum Blauen See in Ratingen und in den Düsseldorfer Südpark — er hätte sich aber doch über mehr Spielkameraden im gleichen Alter gefreut.

Die Eile, mit das Angebot von der Stadt anberaumt worden war, hat auch den eigentlichen Organisator, den Verein „Interaktiv“ für Schule, Sport und Freizeit, vor Probleme gestellt. Er musste blitzschnell reagieren und habe dabei von der Stadt kaum Unterstützung bekommen, sagt Vorstandsmitglied Dietmar Witzke.

Er will das Betreuungsprogramm zwar fortsetzen und „dauerhaft auf größere Füße stellen“, braucht dafür aber auch einen größeren Raum von der Stadt. Nach den Ferien werde es ein Gespräch mit der Stadt geben, kündigte Witzke an.

Barabara Schraven und Kirsten Berning, die mit ihrem Bürgerantrag den Stein ins Rollen gebracht haben, und viele andere Eltern in ähnlicher Situation brauchen ein verlässliches, arbeitszeitenkompatibles Angebot mit langer Vorlaufzeit, wie es in vielen Städten des Kreis Mettmann unter dem Titel „Stadtranderholung“ schon seit Jahrzehnten vollkommen selbstverständlich ist. Der Anfang sei gemacht, nun müsse nachgebessert werden.

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