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Netzwerk Hochdahl: Seit zehn Jahren ein Netz für alle Fälle

Netzwerk Hochdahl: Seit zehn Jahren ein Netz für alle Fälle

Der Treffpunkt für aktive Menschen in Hochdahl feiert Zehnjähriges. Heute gibt es 23 Gruppen und 150 regelmäßige Teilnehmer.

Erkrath. Durch die rot-orange gestreiften Vorhänge fällt ein warmes Licht in das Büro des Hochdahler Netzwerkes. Acht Frauen und zwei Männer sitzen an der Tafel, diskutieren über Themen, die sie und die Welt bewegen. „Ich habe einen Zeitungsartikel über die arabische Jugend gelesen“, sagt eine Frau. „Die wollen unsere westliche Demokratie nicht übernehmen.“ Wolfgang Böhner, Sprecher des Netzwerks, schaltet sich ein: „Wir können nur unsere Lebensführung bestimmen. Sie sollten ihre eigene Demokratie entwickeln.“

Ob der Nahe Osten, Adolf Sauerlands Abwahl, Christian Wulffs Rücktritt oder Rudi Assauers Demenzschicksal — die Teilnehmer der Diskussionsgruppe, die sich jeden zweiten Freitag trifft, haben Redebedarf. „In den Medien wird über so viel berichtet. Da muss man drüber sprechen“, sagt Böhner. Aus diesem Bedürfnis heraus habe sich die Gruppe entwickelt. Ein Prozess, der sinnbildlich für das Netzwerk steht, das sich vor zehn Jahren gegründet hat.

Auf die Idee, eine Gemeinschaft für ältere Menschen zu gründen, kamen 2002 mehrere Hochdahler, die in Düsseldorf arbeiteten. Dort gab es so ein Netzwerk bereits. Und nach dem ersten Treffen wurden sofort fünf Gruppen gebildet. Englisch, Französisch, Kultur, Wandern und der Umgang mit Computer standen fortan auf dem Programm.

Heute zählt das Netzwerk 23 Gruppen und 120 Teilnehmer, die regelmäßig kommen — nicht nur aus Hochdahl, sondern auch aus Mettmann und Hilden. „Es ist wichtig, dass man nach der Rente, oder wenn die Kinder groß sind, weiß, was man tun kann“, sagt der 75-Jährige.

Zu Themen, die ein besonderes Gewicht haben, veranstaltet der Treff, der unter der Trägerschaft der Caritas steht, alle drei Monate ein Forum. „Einmal haben Referenten der Caritas darüber informiert, was man beachten muss, wenn man im hohen Alter in der eigenen Wohnung bleiben möchte“, sagt Böhner, der sich trotz des Erfolgs wünscht, dass noch mehr Menschen den Weg zum Netzwerk finden — vor allem Männer. Die machen nämlich bislang nur ein Viertel der Teilnehmer aus.