Neanderhöhe: Bürger können Pläne einsehen

Neanderhöhe: Bürger können Pläne einsehen

Erkrather haben sechs Wochen Zeit, um Kritik oder Anregungen zu formulieren.

Erkrath. Zu den Bauleitplänen für das geplante 80 000 Quadratmeter große Gewerbegebiet auf der Neanderhöhe in Alt-Hochdahl gehören neben Entwürfen des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans auch die Begründungen einschließlich der Umweltberichte und wesentlichen umweltbezogenen Stellungnahmen. Auf der Grundlage dieser Informationen haben Bürger die Möglichkeit, innerhalb der sechswöchigen Frist Anregungen zu formulieren oder auch Kritik äußern.

Zuletzt hatten Grüne und die Naturschutzgemeinschaft Neanderhöhe gegen das gesamte Projekt und die zumindest teilweise in der Ferienzeit liegende Auslegungsfrist protestiert. Was den Grünen gar nicht gefällt, ist die unmittelbare Nähe des geplanten Gewerbegebiets zum Naturschutzgebiet Neandertal. Die Fraktion ist gegen eine großräumige Versiegelung der Fläche und will dem Naturschutz Vorrang geben. Besonders heftige Kritik übten die Grünen an der Wählergemeinschaft „Bürger mit Umweltverantwortung“ (BmU), die für das Gewerbegebiet stimmte. Sie werde ihrem Anspruch nicht gerecht und fungiere als Mehrheitsbeschaffer für eine Zerstörung der Neanderhöhe.

Die BmU lässt diesen Vorwurf allerdings nicht auf sich sitzen. Das Konzept, das die Stadt jetzt auslegt, reduziere das derzeitige Planungsrecht massiv und weiche auch von den ursprünglichen Vorstellungen von Verwaltung und CDU deutlich ab, die in dem aktuell zur Diskussion gestellten Bereich nur den ersten Bauabschnitt gesehen hätten. Im Gegensatz zur alten Planung werde nun jegliches Grünland von einer Bebauung freigehalten.

„Von den verbliebenen acht Hektar — ein Drittel der der sogenannten Neanderhöhe — wird die Hälfte schon jetzt gewerblich genutzt. Die Planung erlaubt eine bessere Nutzung dieser Flächen. Der größte Teil der Neanderhöhe bleibt unbebaut und somit grün“, betont die BmU. Von dem nun zusätzlich geplanten Gewerbegebiet (vier Hektar) werde knapp die Hälfte bisher konventionell bewirtschafteter Ackerboden in Anspruch genommen. Das mache zirka ein Sechstel der gesamten Neanderhöhe aus. Eingeschlossen in dieses Sechstel sei die Pflicht zur Umwandlung von 0,6 Hektar Ackerboden in naturnahe, das Gebiet abriegelnde Heckenstrukturen, die eine ökologische Aufwertung darstelle.

Es sei notwendig, so die BmU, Umweltschutz und Finanzen zusammenzudenken und abzuwägen. „Wir wollen Landschaft und naturnahe Elemente erhalten, müssen aber auch Gewerbesteuern generie—ren, um als Stadt eine Nothaushaltslage zu verhindern.

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