Mode im „Frauenzimmer“

Mode im „Frauenzimmer“

Gabriele Freymann hat ihr Geschäft am Ziegeleiweg neu eröffnet. Dort gibt es Hüte, Schals, Stulpen und Tücher.

Erkrath. Hauchdünne Spitzen. Geschmeidige Tücher. Kopfbedeckungen. Prosecco und Schokoküsse — so sieht es im neuen „Frauenzimmer“ aus. Gabriele Freymann eröffnete am Wochenende mit Glanz und einer Visite der stellvertretenden Bürgermeisterin ihr neues Domizil am Ziegeleiweg 26.

Zwischen Schals, Pulswärmern, Westen, Stulpen und vielen weiteren Modeschätzchen erforschen glücklich parlierende Damen, was Regale und Körbe hergeben und finden in jedem Zentimeter des Ladens die Liebe zum Detail. Die nostalgisch anmutenden Schaufensterpuppen hat Gabriele Freymann auf einem Flohmarkt gefunden. An der roten Ziegelwand des urban gestalteten Ladens amüsiert eine Erkenntnis von Coco Chanel: „Zwei Dinge wird ein Mann niemals verstehen: Das Geheimnis der Schöpfung und den Hut einer Frau.“

Unter den kaufberauschten Damen ist aber mindestens ein Frauenversteher zu finden. Es ist Bernhard Bröcher, der seit fünf Wochen mit Gabriele Freymann verheiratet ist. Er trägt ihre ersten Kreation für Herren: eine Jacke.

Freymann verarbeitet für ihre Unikate hochwertige Materialien. Bei ihren Reisen zu den Kunsthandwerkermärkten der Republik findet die gebürtige Braunschweigerin die passenden Loden oder gewalkten Tuche. Einen Besuch der Münchner Stoffmesse schenkt sich die Modeschöpferin: „Die Aussteller fordern zu große Mengenabnahmen. 30 Meter von einer Sorte brauche ich nicht.“

In ihrem Lager zwischen Verkaufsraum und Werkstatt stapeln sich unzählige, aber eben dünne Ballen. „Bei diesem Stoff aus Merinowolle habe ich drei Jahre lang nicht gewusst, was ich eigentlich daraus machen möchte“, erzählt die 51-Jährige. „Dann hatte ich die richtige Idee und habe Pulswärmer genäht.“ Die kosten 20 Euro und sind „meine Brötchen“, wie Freymann sagt.

„Ich möchte, dass die Frauen meine Entwürfe häufig tragen, das sind hier keine Galeriestücke“, sagt Freymann aber: „zu teure Sachen bleiben oft im Schrank“. Daher gibt es bereits ab 39 Euro Hüte, kaum einer kostet mehr als 200 Euro. „Die Modelle nähe ich selbst“, erklärt Freymann und beschreibt eine ihrer besonders schrägen Ideen: „Einmal habe ich Zeitungspapier gebügelt, mit Buchfolie versehen und daraus Hüte gemacht.“

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