Mobilfunk: Die Zukunft bleibt strahlend

Mobilfunk: Die Zukunft bleibt strahlend

Das Konzept für den Mobilfunk ist ein Musterplan ohne jeden bindenden Wert.

Erkrath. Seit der Rat am 12. Juli darüber entschieden hat, gibt es in Erkrath ein städtisches Mobilfunkversorgungskonzept. Am Donnerstag wurde es im Bürgerhaus vorgestellt. Das öffentliche Interesse war nahezu verschwindend gering — nur gut ein Dutzend Menschen hörte sich den Vortrag von Diplomphysiker Peter Nießen an, der das Konzept erstellt hat, und stellte Fragen an Nießen und die Vertreter der Stadt. Unter den Zuhörern waren Aktivisten der Bürgerinitiative für umweltfreundlichen Mobilfunk (Bium).

Ziel des Mobilfunkkonzeptes ist es, aus 17 Mobilfunkstandorten auf Erkrather Stadtgebiet nur noch sechs zu machen. Diese sechs Funktürme sollen die Versorgung von professionell nutzbarem Mobilfunk auch innerhalb von Gebäuden gewährleisten.

Der Hochspannungsmast Heide und eine Anlage auf dem Wasserbehälter in Hochscheid sollen die Versorgung in Alt-Erkrath sichern, in Hochdahl der Mast in der Rankestraße und die Anlage auf dem Heizwerk. Unterfeldhaus soll von einem Mast am Niermannsweg gespeist werden. Zusätzlicher Standort, der alle drei Stadtteile bedient, ist der Mast an der Autobahn A 3 in Höhe der Bruchhauser Straße.

Das Problem: Städtische Mobilfunkversorgungskonzepte haben keine rechtliche Grundlage. „Wir haben leider keine Handhabe“, sagte Planungsamtsleiter Alexander Weis. Nach Rücksprache mit einem beratenden Rechtsanwalt habe sich herausgestellt, dass alle Mobilfunkanlagen unter den Bestandsschutz fallen.

Das Ansinnen einer Lehrerin war es vor allem, ihre Schüler vor der Strahlung zu schützen. Sie schlug vor, Schulen wie das Zentrum an der Rankestraße abzuschirmen. Zwar konnte Peter Nießen keine konkreten Kosten für eine Abschirmung der Schulgebäude nennen. Diese sei aber nahezu kinderleicht: „Technisch gesehen reicht eine Lage Kaninchendraht aus“, sagte er.

Die Immissionen, die nach Einführung des Mobilfunkversorgungskonzepts entstehen würden, lägen allerdings voraussichtlich unter drei Milliwatt pro Quadratmeter. „Das ist drastisch unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes von bis zu 10 000 Milliwatt“, erläuterte Nießen.

Auf Nachfrage gab das Planungsamt bekannt, dass sich ein Mobilfunkbetreiber gemeldet hat, der an unterschiedlichen Standorten ein modernes LTE-Netz plane. LTE bedeutet „Long Term Evolution“ und ist als Nachfolger von UMTS das Funknetz der vierten Generation. Das LTE-Netz ermöglicht mobilen Internetanschluss und schnellen Datenversand.

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