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Mobile Impfteams besuchen städtische Unterkünfte in Erkrath

Corona in Erkrath : Bewohner in Unterkünften können sich impfen lassen

Die Grünen haben sich im Integrationsausschuss für eine Impfkampagne in Vierteln mit beengten Wohnverhältnissen ausgesprochen. Bewohner städtischer Unterkünfte können sich am Wochenende schon mal von mobilen Teams impfen lassen.

Zur aktuellen Lage in Erkrath hatte die Verwaltung im Integrationsausschuss ein paar Zahlen parat: In den städtischen Unterkünften leben derzeit 282 Menschen, davon 212 Geflüchtete. Insgesamt sind seit 2015 rund 1250 Personen nach Erkrath gekommen, damit hat die Stadt das Flüchtlingsaufnahmegesetz zu 98 Prozent
erfüllt.

Zuletzt seien neun Personen aus den prekären Lagern in Griechenland aufgenommen wurden, worüber sich Peter Knitsch freute: „Das ist ein Beitrag Erkraths, große Not zu lindern“. Vor kurzem hatte es allerdings Corona-Ausbrüche in den Unterkünften gegeben: An der Hochdahler Straße ist er jedoch glimpflich ausgegangen, und an der Freiheitstraße ist die Zahl der positiv Getesteten von 27 auf 20 gesunken. „Die Landesregierung will in Stadtteilen mit prekärer Sozialstruktur priorisiert impfen lassen. Wir sollten uns an den Überlegungen beteiligen“, regte daraufhin Peter Knitsch von den Grünen an. Die im Ausschuss angeregte Impfkampagne zielt laut Stadt allerdings nicht darauf ab, zusätzliche mobile Impfteams in bestimmte Stadtteile zu schicken, wie es derzeit zum Beispiel im Kölner Stadtteil Chorweiler der Fall ist.

Erkrath wolle jedoch die Aufklärungsarbeit rund um das Thema Impfen zielgruppenorientierter aufstellen und damit intensivieren – etwa durch mehrsprachige Faltblätter, Aufklärungsvideos oder Beratungsmöglichkeiten. „Darüber stehen wir sowohl mit dem Kreis Mettmann als auch mit lokalen Vereinen und Institutionen bereits in Austausch“, heißt es aus dem Rathaus. Bereits an diesem Wochenende könnten allerdings in Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt und der Unterstützung des DRK die Bewohner aller städtischen Unterkünfte gegen das Coronavirus geimpft werden, sofern sie dies wünschen. „Mobile Impfteams werden dafür am Samstag und Sonntag die einzelnen Unterkünfte aufsuchen“, so Stadtsprecher Thomas Laxa.

Im März waren in der Unterkunft an der Hochdahler Straße nach einem ersten Fall sechs weitere Bewohner positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die gesamte Einrichtung wurde daraufhin isoliert. In der Unterkunft leben laut Stadt sowohl Geflüchtete als auch wohnungslose Erkrather. Von den maximal 63 Plätzen in der Unterkunft sind laut Stadt derzeit 31 von Einzelpersonen und Familien belegt. Für sie stehen medizinische Masken, FFP2-Masken sowie Desinfektionsmittel zur Verfügung und „werden von den Bewohnern auch genutzt“. Bereits zu Beginn der Pandemie gab es vielerorts die Sorge, dass Gemeinschaftsunterkünfte, insbesondere Flüchtlingsunterkünfte, sich wegen der hohen Personendichte zu Brennpunkten für Covid-Infektionen entwickeln könnten.