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Messeratttacke in Alt-Erkrath: Täter drohen 15 Jahre Gefängnis

Messeratttacke in Alt-Erkrath: Täter drohen 15 Jahre Gefängnis

Dem Erkrather, der am 11. Oktober 2011 versucht hat, seine Frau niederzustechen, wird wegen versuchtem Totschlag angeklagt.

Erkrath. Zwischen sechs Monaten und 15 Jahren Gefängnis drohen einem Erkrather (47), der am 11. Oktober vergangenen Jahres versucht hatte, seine Frau (40) niederzustechen (die WZ berichtete). Der zweifache Familienvater war nach einer Großfahndung der Polizei noch am selben Abend in Düsseldorf festgenommen worden.

„Die Anklage steht“, sagt die Staatsanwältin am Wuppertaler Landgericht, Friedel Heuermann. „Zumal der 47-Jährige voll geständig ist und umfassend ausgesagt hat.“ Der Vorwurf lautet auf versuchten Totschlag tateinheitlich mit gefährlicher Körperverletzung.

„Die große Bandbreite des Strafmaßes hängt davon ab, wofür der Mann verurteilt wird“, sagt Heuermann. Sollte er „nur“ wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt werden, käme er im für ihn besten Fall mit sechs Monaten davon. Sollte ihn das Gericht im Sinne der Anklage bestrafen, „können auch 15 Jahre Haft ausgesprochen werden“. Möglicherweise wirke sich das Geständnis des Angeklagten positiv für ihn aus.

Es müssen sich dramatische Szenen in dem schmucken Reihenhaus an der Lucas-Cranach-Straße abgespielt haben, als der 47-Jährige an jenem verhängnisvollen frühen Oktobermorgen auf seine Frau einstach und danach flüchtete. Schwer verletzt und mit letzter Kraft hatte sich die 40-Jährige noch zum Telefon schleppen und den Notruf der Polizei wählen können. Überlebt hat die Frau nur dank einer Notoperation.

Augenscheinlich hat es sich um eine Beziehungstat gehandelt. Denn wie Polizei und Staatsanwaltschaft damals in einer gemeinsamen Presseerklärung berichteten, soll die 40-Jährige Trennungsabsichten gehegt haben.

Der Ehemann flüchtete nach der Bluttat zunächst mit dem Pkw seiner Frau. Im Rahmen der Großfahndung wurden von der Polizei sofort alle möglichen Anlaufstellen des 47-Jährigen in der Umgebung überprüft. Dabei konnte unter anderem in Leverkusen das Fahrzeug aufgefunden werden. Von dort, so war schnell klar, hatte der Mann seine Flucht mit Taxis fortgesetzt.

Im Zuge der weiteren Fahndungsmaßnahmen wurde auch eine Wohnung in Köln durchsucht, bevor der Tatverdächtige gegen 22 Uhr in einer Gaststätte in Düsseldorf-Pempelfort widerstandslos festgenommen werden konnte.

Ob die beiden Kinder (sieben und elf Jahre alt) zur Tatzeit im elterlichen Haus waren und das grausame Geschehen miterlebten, wollte die Polizei seinerzeit nicht mitteilen. Sie wurden damals im familiären Kreis betreut.