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Löschzug Alt-Erkrath feiert 112-jähriges Bestehen

Löschzug Alt-Erkrath feiert 112-jähriges Bestehen

Löschzug Alt-Erkrath feiert 112-jähriges Bestehen. Am Wachgebäude nagt der Zahn der Zeit.

Erkrath. Die technische Ausstattung und der Fuhrpark der Erkrather Feuerwehr sind in einem guten Zustand — davon konnten sich Besucher beim Tag der offenen Tür des Löschzuges I am Donnerstag an der Ludenberger Straße überzeugen. Feuerwehr, Polizei und DRK präsentierten sich dort gemeinsam mit einer großen Fahrzeugausstellung. Bei den Kindern kamen vor allem die großen Löschfahrzeuge an.

In nicht so gutem Zustand zeigte sich hingegen das Wachgebäude. Hunderte Besucher drängten sich im viel zu engen Innenhof. Derzeit sind 30 Männer und Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Alt-Erkrath aktiv. 16 Mal sind sie seit Anfang des Jahrs zum Einsatz ausgerückt. Die Anforderungen sind über die Jahre auch bei der Freiwilligen Feuerwehr immer mehr gestiegen. Kaum ein Brandeinsatz wird mehr ohne Atemschutzgerät und Wärmebildkamera durchgeführt. Diese Geräte kosten nicht nur Geld — sie müssen auch untergebracht werden. Dafür fehlt an der Ludenberger Straße der Platz.

Schon im April war bei einem Blick hinter die Kulissen mit Vertretern von Politik und Verwaltung deutlich geworden, dass die Erkrather Wachen nicht mehr zeitgemäß sind — zu alt und zu eng. „Eine Zumutung“, hieß es über das Gerätehaus auf der Ludenberger Straße. Schon 2011 hatte eine Wuppertaler Unternehmensberatung dringend einen Neubau in Alt-Erkrath empfohlen. Die Platzprobleme, hieß es da, seien „gravierend“. Schon Mitte 1980er-Jahre war der Standort für den städtischen Bau- und Betriebshof nicht mehr gut genug. Die Feuerwehr besetzte es und baute es um. Seitdem ist an der Bausubstanz kaum etwas gemacht worden, die Fenster sind undicht, der Putz bröckelt. „Die Fahrzeughalle entspricht überhaupt nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften“, sagt Zugführer Markus Steinacker.

Für die Besucher stehen allerdings andere Dinge im Vordergrund. Die Kleinen faszinieren vor allem die roten Wagen. Alles wird ausprobiert: „Kannst du mal den Motor anmachen?“, fragt der siebenjährige Luki. Als er auf einen Knopf drückt und plötzlich ein lautes Piepen losgeht, wird es brenzlig. Auch die Stichflamme einer Fettexplosion macht Eindruck. Hunderte Besucher schauen bis zum Abend vorbei.

Nicht immer ist der Andrang so groß wie am Tag der offenen Tür. Die Erkrather Feuerwehr leidet unter Mitgliederschwund. Derzeit werben im ganzen Stadtgebiet Plakate um Nachwuchs. Auch dafür würden neue Räume gebraucht. „Mit dem derzeitigen Zustand kriegt man kaum jemanden mehr hinter dem Ofen hervor“, sagt Steinacker, der auf ein neues Gerätehaus hofft. „Eine vernünftige Fahrzeughalle und Sozialräume“ wünscht er sich für seinen Löschzug.