Lahnstein will nun doch kandidieren

Lahnstein will nun doch kandidieren

Bei der SPD-Versammlung am Dienstag sprachen sich die Mitglieder für eine Alternative zu Detlef Ehlert für das höchste Amt der Stadt Erkrath aus.

Erkrath. Alles schien so klar zu sein: Nachdem Sabine Lahnstein Anfang des Jahres ihre Kandidatur um das Bürgermeister-Kandidatenamt der Erkrather Sozialdemokraten zurückgezogen hatte, wurde sie vor etwa einem Monat zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt. Eine Kandidatur kam für Lahnstein zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr in Frage. Damit schien der Fall erledigt zu sein, für das Kandidatenamt blieb Detlef Ehlert im Rennen — und schien der einzige Anwärter zu sein.

Jetzt die Überraschung: „Ich kann mir vorstellen doch zu kandidieren“, sagte Sabine Lahnstein am Mittwochgegenüber unserer Zeitung.

Selbstverständlich kommt diese Kehrtwende nicht von ungefähr. Am Dienstag tagten die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Hochdahl im Rahmen einer Mitgliederversammlung und wählten Paul Söhnchen als neuen Ortsvereinsvorsitzenden. Er folgt auf Klaus Przybilla, der sich aus beruflichen Gründen nicht erneut zur Wahl gestellt hatte. Sabine Lahnstein wurde zweite Vorsitzende. Doch es gab noch einen weiteren Punkt, der der Tagesordnung spontan hinzugefügt wurde. So kam denn die Diskussion auf, ob von Hochdahler Seite nicht doch ein Gegenkandidat zu Detlef Ehlert aufgestellt werden soll. „Dass da Lahnstein ins Gespräch kam, liegt nahe“, sagt der neue Vorsitzende Paul Söhnchen.

Paul Söhnchen, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Erkrath

„Ein offizieller Beschluss wurde nicht gefasst, die Hochdahler SPD-Mitglieder haben sich jedoch für eine Kandidatur Lahnsteins ausgesprochen“, so Söhnchen. Und auch Lahnstein findet mittlerweile wieder Gefallen an einer Kandidatur um das höchste Amt der Stadt. „Gesundheitlich geht es mir wieder richtig gut“, sagt sie.

Bis es dazu kommen könnte, ist es jedoch noch ein weiter Weg, der vor ihr liegt. Am zweiten September tagt der Vorstand des SPD-Stadtverbandes, der einen oder mehrere Kandidaten-Vorschläge an die am 22. September tagende Mitgliederversammlung des Stadtverbandes richten wird. Dieser wird dann einen endgültigen Kandidaten bestimmen, der den Sozialdemokraten im kommenden Jahr nach vielen erfolglosen Kandidaten das Bürgermeisteramt sichern soll.

„In Hochdahl hat Sabine Lahnstein gute Chancen“, sagt unterdessen Paul Söhnchen: „Die Mitglieder würden hinter ihr stehen, sollte sie sich für eine Kandidatur entscheiden.“ Er betont jedoch auch, dass der aktuelle Stand nicht der Weisheit letzter Schluss sei: „Es kann auch sein, dass sich spontan noch weitere parteiinterne Kandidaten melden, von deren Interesse wir heute noch nichts wissen.“