Kunst und Kultur: Lokale Gesprächsbereitschaft

Kunst und Kultur: Lokale Gesprächsbereitschaft

Im Jägerhaus hatte am Sonntag ein neues Unterhaltungsformat Premiere. Es will Kunst mit Kultur verbinden. Wie sich zeigt, kein ganz einfaches Vorhaben.

Hochdahl. Eine sonntägliche Matinee, in der Kultur und Politik die Themen sind, und die sich in der Form an den „Internationalen Frühschoppen“ anlehnen will, hat die Künstlervereinigung „Prima Neanderthal“ ins Leben gerufen. Am Sonntag war im Hotel Jägerhaus Premiere.

„Es hat sich die Möglichkeit ergeben, hier einen Raum mit Kunst zu bespielen“, erklärte Moderator Volker Rapp. Er stellte zunächst Malerin Katy Schnee vor, die frei nach Wilhelm Busch zum Auftakt der neuen Reihe ihr Gedicht „Kunst und Politik“ vortrug.

Als ersten Interviewpartner holte Rapp den CDU-Politiker Marc Hildebrandt auf die kleine Bühne. Rapp begann die Sätze, Hildebrandt beendete sie: „Ich wünsche mir“. . . „dass Erkrath zusammen wächst“ — „Ich möchte nicht“. . . „eines Tages total frustriert von der Politik sein“.

So erfuhren die Gäste, dass dem Politiker nach dem Abitur so manches in Erkrath nicht gefallen hat und er sich in der CDU engagiert, um etwas in der Stadt zu bewegen. Dass er Geschichts- und Religionslehrer ist und dass er lieber in Kindergärten und Schulen investiert als in Kultur — wenn er wegen der finanziellen Lage der Stadt vor die Wahl gestellt würde.

Gefragt, was sich in der Schule, bei der Jugend verändert habe, erklärte er: „Nichts.“ Es würde der gleiche Blödsinn gemacht, den er früher auch gemacht habe. „Klar gibt es Eltern, die Schule als Abschiebebahnhof sehen. Und da ist es nur gut, dass wir die Ganztagsschulen haben und die Kinder nicht vor den Fernseher gesetzt werden.“

Das Stadtentwicklungskonzept nannte der Politiker eine Luftnummer, für die 250 000 Euro ausgegeben worden seien: „Die Hälfte der Konzepte, die da vorgestellt wurden, kannten wir doch schon vorher. Und zu all dem, was in den Stadtteilen vorgeschlagen wurde, sagen die Anwohner „Nö, nicht bei uns.“ Das Geld wäre besser für Angebote im Jugendbereich ausgegeben worden, lautete Hildebrands Fazit.

„Das geht ja hier zu wie auf einer Wahlveranstaltung. Das rutscht ab ins Politische, und die Kultur kommt viel zu kurz“, bemängelte eine Zuhörerin. Hildebrand entgegnete, dass er ja nur auf die Fragen antworten könne, die ihm gestellt würden.

“ Zur nächsten Matinee lädt die Künstlervereinigung für den 10. März, 11 Uhr, ins Hotel Jägerhaus, Leibnizstraße, ein.

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