Kultur: Kunst, die den Bach runtergeht

Kultur: Kunst, die den Bach runtergeht

Katy Schnee und Volker Rapp realisieren Projekt am Eselsbach.

Erkrath. „Wir haben das Motto wortwörtlich genommen“, erklärt Katy Schnee die Grundidee der Installation, die sie zusammen mit Partner Volker Rapp erdacht hat. Die Kunst, die bei den beiden Erkrathern den Bach runtergeht, tut das allerdings nicht wirklich. „Alle Schwimmelemente sind fest verankert“, sagt Volker Rapp.

An einer der Stellen, an denen der Eselsbach besonders anmutig fließt und sein Ufer bereits von buntem Herbstlaub bedeckt ist, haben die beiden einen weißen und einen gelben Riesenballon mit einem orangefarbenen Seil und einem Bild verbunden. „Es war nicht ganz einfach, das machen zu dürfen. Alleine von sechs Behörden mussten wir die Erlaubnis dazu einholen.“

Dank des herbstlichen Regens erlebten die Zwei außerdem einen Wasseranstieg von gut zehn Zentimetern, und der Bach gleiche derzeit eher einer „trüben Suppe“. Seit August dieses Jahres arbeiten die Beiden am Projekt, die Installation jetzt ist nach Eigenaussage zunächst ein Versuchsballon. Von April bis September 2012 soll das orangefarbene Tau dann mit Schwimm- und Tauchkörpern richtig für Aufsehen sorgen. „Geplant sind acht weitere Objekte.“ Sie sollen zunächst auf dem Stadtgebiet Erkraths präsentiert werden, entlang der Düssel soll es dann in die Nachbarstädte gehen.

Hinter der handwerklichen Anordnung steckt eine Aussage — oder ist es mehr Provokation? Der Titel „Kunst geht den Bach runter“ stehe auch für das Verelenden und soll zur Aktivität auffordern.

Ein Teil des Ensembles ist eine transparente Plastikbox. „Jetzt steckt darin ein profanes blaues Handtuch“, sagt Volker Rapp. Ab November wird es auf der Homepage des Duos dann aber eine Ausschreibung geben. „Schulen oder andere Künstler können ihre eigenen Ideen für den Inhalt dieser Schachtel entwickeln.“ So können die Bürger vor Ort ihre Identifikation oder Auseinandersetzung mit dem Neanderland dokumentieren. Auch, dass die Riesenballons und die Wunderschachtel aus Kunststoff sind, sei kein Zufall, sondern Absicht. „Alles, was rosten konnte, war Werkstoff im 19. Jahrhundert. Der Kunststoff ist der Werkstoff des 21. Jahrhunderts.“

Mehr zur Aktion gibt es im Internet. Dort sind auch Teilnahmebedingungen und Ablaufplan erläutert.

www.prima-neanderthal.de

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