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Kirche: Freude gesucht und gefunden

Kirche: Freude gesucht und gefunden

Pater Jozef Pieniazek wurde nach zehnjähriger Tätigkeit in Erkrath verabschiedet.

Hochdahl. Dass Pater Jozef Pieniazek seiner Gemeinde ein guter Seelsorger und Wegbegleiter war, das wurde bei der Vorabendmesse zu seiner Verabschiedung am Samstagabend in der Heilig-Geist-Kirche mehr als deutlich. Selbst ein Stehplatz war in der Kirche nur mit Mühe zu bekommen, als der Pater während der Messe die vergangenen zehn Jahre Revue passieren ließ: „Die Zeit bei Ihnen war für mich so schön, wie der Chorgesang heute. Wir haben gleich eine Sprache miteinander gefunden und trotz mancher Probleme immer Freude gesucht und gefunden“, sagte der Pater, der aus Polen stammt, in seiner humorvollen, sehr bewegenden Andacht.

Warum er denn gehe, wenn es doch so schön war, sei er gefragt worden. Er sei im Kloster so erzogen worden, dass man immer weitergehen müsse. Als er im Jahre 2002 hierhergekommen sei, da sollte er zunächst nur ein Jahr bleiben: „Aber die Gemeinde war mit mir zufrieden. Da habe ich beschlossen, zu bleiben“, sagte der scheidende Pater.

Froh sei er, dass es mit dem Kinderchor, den er wiederbelebt hatte, so gut klappt. Als ein für ihn vor zehn Jahren noch völlig neues Feld bezeichnete er die Ökumene. Und er bedankte sich bei Pfarrer Lutz Martini von der evangelischen Gemeinde für die lebendige Zusammenarbeit. „Ich werde euch alle in meinem Herzen tragen“, versprach er der Gemeinde, die seine Rede mit begeistertem Applaus würdigte.

„Die Gemeinde hatte ihn gern. Das ist deutlich zu sehen“, sagte Bruno Witthoff, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, der Pater Jozef auch im Namen des Pfarrgemeinderates dankte. Er habe Gottes- und Nächstenliebe in Hochdahl gelebt und gepredigt. „Nur beim Deutschen mussten wir etwas nachhelfen. Aber Klavier spielt er prima — besonders zur vorgerückten Feierstunde“, sagte Witthoff schmunzelnd, und er bezeichnete den Pater als einen leidenschaftlichen Autofahrer: „Polen hin und zurück in zwei Tagen — kein Problem für ihn.“

Als der Pater vor zehn Jahren zur Heilig-Geist-Kirche kam, da hatte sein Orden den Franziskanermönch freigestellt. 2009 gab er seinen Orden auf, wurde zum Weltpriester. Seine nächste Station wird Bonn sein. Für die neue Wohnungseinrichtung dort — in Erkrath bewohnte er eine Dienstwohnung — hatte die Gemeinde gesammelt. „Ein vierstelliger Betrag ist zusammengekommen. Mehr verrate ich nicht“, sagte Witthoff, als er den Umschlag überreichte.

Nach der Messe gab es im Innenhof der Kirche ein kleines Fest. Wer wollte, konnte sich persönlich von Pater Jozef verabschieden. Sein Nachfolger wird Wolfgang Biedaßek werden. Er hatte in den vergangenen vier Jahren als Kaplan in Köln gearbeitet. Ende August oder Anfang September wird er seinen Dienst in der Hochdahler Heilig-Geist-Kirche beginnen.