Kinder üben für den großen Auftritt

Kinder üben für den großen Auftritt

106 Jungen und Mädchen schnuppern Zirkusluft. Am Samstag wollen sie mit ihrem Können die Zuschauer beeindrucken.

Erkrath. Vor dem Zirkuszelt üben Felicia (8), Luisa (9) und Giulia (9) eine menschliche Pyramide. Dazu muss sich Luisa hinknien, während sich Giulia auf sie setzt. Zuletzt steigt Felicia auf die Oberschenkel von Giulia und beugt sich stehend leicht nach hinten. „Das tut ein bisschen weh“, stöhnt Giulia. Doch die drei Mädchen haben Gefallen an der Akrobatik gefunden und sind stolz, dass die kleine Pyramide klappt.

Eine Woche lang tauchen 106 Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahre in die bunte Zirkuswelt ein und lernen das Leben in der Manege hautnah kennen. Denn unter dem Motto „Kannst Du nicht war gestern“ gastiert der Zirkus der Zirkus „ZappZarap“ auf dem Bolzplatz am Kinderhaus Sandheide. Bis einschließlich Freitag üben sich die Kinder und Jugendlichen in Akrobatik, Jonglage oder Feuerartistik.

Am Samstag muss alles sitzen, denn dann möchten die jungen Artisten ihre Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde beeindrucken. Vorführungen gibt es um 12 und um 15 Uhr.

Wichtig ist den Veranstaltern des Zirkusprojektes die Vermittlung von Akzeptanz, Offenheit und Toleranz. Seit 2005 tourt „ZappZarap“ durch ganz Europa. Seit mehr als zehn Jahren gibt es das Projekt mittlerweile in Erkrath. „Bis zum Ende der Woche werdet ihr ganz viel lernen und können“, sagte Bürgermeister Christoph Schultz, der den Ferienspaß im Kinderhaus eröffnet hat.

Tobias, Teilnehmer

Was er kann, zeigt bereits wenige Minuten nach dem Projektstart nicht etwa der Bürgermeister, sondern ein blonder Junge. Er versucht sich erst an der Jonglage von drei bunten Tüchern, dann werden es vier, innerhalb weniger Sekunden fünf. Tobias ist bereits zum fünften Mal dabei und hat in den vergangenen Jahren schon einiges beim Zirkus gelernt. „Ich mag Jonglage am liebsten“, erklärt der Zwölfjährige. „In dieser Woche will ich lernen, wie man am mit drei Bällen jongliert und dabei noch auf einem Pedalo (Trittbrett) das Gleichgewicht hält.“

„Das hat überhaupt nicht wehgetan“, sagt Nele. Die Zwölfjährige interessiert sich für Feuerartistik und streicht mit der Hand über eine Flamme. „Am Anfang hatte ich schon etwas Angst“, erzählt das Mädchen. Doch unter Anleitung der Trainer vom Kinderhaus läuft alles reibungslos.

Das beliebte Zirkusprojekt in Hochdahl ist übrigens nicht das einzige Ferienprogramm in Erkrath. Auch der Verein Interaktiv bietet gemeinsam mit der Stadt ab dem 23. Juli vier Wochen eine Betreuung für Kinder der Klassen vier bis sechs an. Die an den üblichen Bürozeiten orientierte Ganztagsbetreuung richtet sich insbesondere an Kinder, deren Eltern berufstätig sind.

Bislang wird das Angebot aber noch sehr zögerlich angenommen. „In den ersten drei Wochen haben wir im Schnitt nur etwa drei Kinder“, berichtet Interaktiv-Geschäftsleiter Burkhart Horn. Für die vierte Woche lägen bislang neun Anmeldungen vor.

Wer noch Interesse hat, sein Kind für die Betreuung vom 23. Juli bis zum 17. August in der Städtischen Realschule in Alt-Erkrath anzumelden, geht über die Homepage der Stadt Erkrath oder Interaktiv.

erkrath.de interaktiv-schule.de