Jonges unterwegs in Sachen Historie

Erkrath : Wanderer trotzen dem Wetter

Das Wanderangebot der Erkrather Jonges kommt gut bei den Teilnehmern an. Es besteht seit 1982.

Auch die „Jungens“ haben nicht immer Glück mit dem Wetter. Der Dauerregen der letzten Tage hat während der traditionellen Herbstwanderung keine Pause gemacht. Doch einen echten Ercroder Jong schreckt das nicht. Seit Gründung des Heimatvereins 1982 sind die Frühjahrs- und Herbstwanderungen nie wegen schlechten Wetters abgesagt worden. Wie sagt der Volksmund? „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“.

Zwischen eins und halb zwei trudelten immerhin mehr als 20 Hartgesottene am Treffpunkt unter der Markthalle ein. Bei schönem Wetter sind es sonst viel mehr. „Ich bin überrascht, dass doch so viele gekommen sind“, sagte Baas Frank Schellhase. „Wir laufen bei jedem Wetter, aber abhängig davon, wie viele Leute erscheinen.“ Unterdessen mischte sich auch Bürgermeister Christoph Schultz unter die Wartenden. „Ja, ich laufe ab und zu mit bei den Wanderungen“, sagt der 38-Jährige. „Ich bin ja Mitglied bei den Jonges. Aber bei diesem Wetter natürlich ohne die Kinder“. Viele andere „Mitläufer“, die fast alle Jonges-Mitglieder waren, hatten dagegen ihre Kinder und Enkel mitgebracht.

Strecke sollte anspruchsvoller als bei der Frühjahrswanderung sein

„Wir haben immer Kinder dabei, die Routen sind kindertauglich“, versichert Frank Schellhase. Dieses Mal sollte die Strecke etwas anspruchsvoller sein als bei der Frühjahrswanderung, weil einige sich beschwert hatten, das sei ja nur ein Spaziergang gewesen. „Heute hauen wir mal einen raus, das volle Programm mit sieben Kilometern Strecke und ordentlich Steigungen“, sagt Schellhase.

Der stellvertretende Vorsitzende Stefan Hoffmann hatte den Tag organisiert und Zielort und Streckenführung festgelegt. Der war für die Teilnehmer wie immer eine Überraschung. Es ging zum Hof am Meurers Morp im Mettmann, wo Gastgeber Peter Drenker, seines Zeichens Kartoffelbauer, die Wanderer mit frischen Reibekuchen empfangen wollte.

„Die Jungens sind mit den ganzen Höfen in der Umgebung verbunden und wandern immer zu einem davon“, sagt Stefan Hoffmann; „diesen hatten wir noch nicht“. „Zur Zeit gestalten wir eine neue Tafel für das Haus Brück, weil wir jetzt mehr über dessen Geschichte wissen“, erzählt Frank Schellhase. So sei der Hof nicht im zwölften Jahrhundert, sondern schon im elften Jahrhundert erwähnt worden. Dann wandte sich der Baas an die Wartenden: „Es geht jetzt los, euer Wanderführer ist Stefan Hoffmann“.

Mit Regenjacken und Schirmen bewaffnet, aber durchaus gut gelaunt, setzte sich der Wandertross schließlich in Bewegung. Erste Station der Wanderung sollte die Stindermühle sein, wo die Jonges zu einem kleinen Umtrunk einladen wollten. Aber auch das war natürlich eine Überraschung für die Teilnehmer.

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