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Infotag der Musikschule Erkrath

Kinder konnten Instrumente ausprobieren : Viele Erkrather Kinder probieren Instrumente aus

Beim Info-Tag in der Sechseckschule in Trills stellte sich die Erkrather Jugendmusikschule den Eltern und Kindern vor.

Musik transportiert Emotionen, verbindet Generationen und Völker und ist so eine der kulturellen Errungenschaften des Menschen. Die Jugendmusikschule Erkrath ist eine offizielle Einrichtung der Stadt, die mit dieser „freiwilligen Leistung“ das kulturelle Leben im Ort fördert. Die musische Bildung gehört zur humanistischen Allgemeinbildung und daher sei es wünschenswert, dass viele junge Menschen ein Instrument zu spielen erlernen, findet der „Freundeskreis der Jugendmusikschule“.

Zweimal im Jahr bietet die Musikschule einen Info-Tag an, bei dem Kinder Instrumente ausprobieren und Eltern sich über die Kursangebote informieren können. Der jüngste Infotag in der Sechseckschule in Trills war zwar nicht gerade überlaufen, profitierte aber von der entspannten Atmosphäre in dem offenen und kindgerecht konzipierten Gebäude. „Wir hoffen, dass in den Kindern etwas passiert, wenn sie ihr Wunschinstrument in der Hand halten“, sagt Musikschulleiter Guido Mallwitz; „denn ein Instrument zu lernen, nur weil der Opa früher auch Klarinette gespielt hat, sollte nicht die Motivation sein“. Die 15 festangestellten Musiklehrer wissen, wie sie die Kinder begeistern können. Wenn Gitarrenlehrer Jochen Walter den Sechsjährigen ermutigt, einfach mal die Saiten zu streichen, während er ganz unauffällig mit der linken Hand Akkorde greift, dann klingt das fast wie bei Pink Floyd und schafft ein Erfolgserlebnis für den Jungen.

Das Kursangebot umfasst Einzel-, Zweier- und Gruppenunterricht, die ganz individuell mit dem Wunschinstrument und der passenden Uhrzeit kombiniert werden können. Die Gebühren sind in der Schul- und Entgeltordnung der Stadt Erkrath geregelt und betragen etwa 13,25 Euro im Monat für Klassenunterricht oder 39 Euro im Monat für die 25 Minuten Einzelunterricht. Erwachsene sind zwar nicht die Zielgruppe der Jugendmusikschule (etwa sechs Prozent der Schüler), dürfen sich aber für einen kleinen Aufpreis auch anmelden. Für sie gibt es das „Starter-Paket“ mit zehn mal 30 Minuten für 200 Euro. Die Gebühren decken die Kosten der Musikschule nicht vollständig, die Differenz zahlt die Stadt.

Musikschule muss
nicht mehr eisern sparen

„Wir sind froh, dass wir nach der letzten Anpassung der Entgeltordnung nicht mehr weiter sparen müssen“, sagt Guido Mallwitz. Als er vor 20 Jahren Schulleiter wurde, habe die Musikschule noch 490 Wochenstunden unterrichtet, heute seien es nur noch etwa 300. Das liegt zum einen an demografischen Veränderungen, zum anderen an der Einführung des Offenen Ganztags. „Die Kinder sind heute viel länger in der Schule, das macht es schwieriger, Termine zu finden“, so Mallwitz.

Eine Ideallösung gibt es im Falle des Gymnasiums Hochdahl, mit dem die Musikschule kooperiert. Dort findet der Instrumentenunterricht während der Schulzeit statt, in Musikklassen, die von einem Gymnasiallehrer und einem Musikschullehrer geleitet werden. Die Musikschule unterrichtet in allen Erkrather Grundschulgebäuden sowie an der Realschule Karlstraße und dem Gymnasium Hochdahl.

„Die Raumknappheit durch den Offenen Ganztag ist unser größtes Problem“, sagt Mallwitz. Die Bandbreite der Musikschule reicht vom „Liedergarten für Babys“ bis zur gelegentlichen Teilnehme an „Jugend musiziert“. Höhepunkt jeden Jahres ist das Konzert am Ersten Advent in der Stadthalle, wo die Solisten und Ensembles aller Altersklassen ihre Fortschritte zeigen.