Im Felsenkeller im Neandertal kann jetzt gefeiert werden

Erkrath : In der Höhle gibt es jetzt einen Partyraum

Nach sieben Monaten Bauzeit ist es nun vollbracht: In der Höhle des Ausflugscafés Neandertal No. 1 können nun Veranstaltungen und Trauungen stattfinden, mit „phänomenaler Akustik“.

Mehr als ein Jahr geplant. Sieben Monate Bauzeit. Und am Ende war es eine Punktlandung. Gerade hatte Caterina Klusemann die Prüfer von Feuerwehr und Bauamt verabschiedet, da saßen auch schon die Steinzeitforscher der Obermeier-Gesellschaft an den Tischen. Eingeladen von Gerd-Christian Weniger, der noch Museumsleiter des Neanderthal Museums war, als er mit Caterina Klusemann vor Monaten in der Höhle von „Neandertal No. 1“ stand.

Umgeben von „Schutt und Asche“ – anders lässt sich das damalige Ambiente nicht beschreiben. Aber wie es so läuft, wenn zwei Visionäre am richtigen Ort aufeinandertreffen: Es reifte der Plan, die Steinzeitforscher dort zum Galadinner zu empfangen – und es gab auch schon einen Termin. Sie sollten die ersten Gäste im Felsenkeller sein. Fortan lief es dann so: Steinerne Mauern können einen beim Durchbohren verzweifeln lassen? Bloß nicht, am 24. April kommt die Obermeier-Gesellschaft! Meterdicke Bunkerwände treiben einem den Schweiß auf die Stirn? Macht nichts, am 24. April kommt die Obermeier-Gesellschaft! Keiner wagt sich an den Einbau der Lüftung? Geht nicht, am 24. April kommt die Obermeier-Gesellschaft!

Gute Akustik für musikalische Veranstaltungen in der Höhle

„Es gab schon einige Momente der Entmutigung“, blickt Caterina Klusemann auf die Herausforderungen der vergangenen Wochen und Monate zurück. Und nun war er da, der 24. April – und mit ihm die Steinzeitforscher.

Dass sie monatelang andauernden Baustress hinter sich hatte, war der Inhaberin von „Neandertal No.1“ keineswegs anzumerken. Noch bis in die Nacht hatte sie zuvor in der Küche gestanden. Serviert wurde Spezialitäten aus der italienischen Küche und am nächsten Tag waren die geladenen Gäste gleich nochmal da, um ein Konzert zu genießen. „Die Akustik in der Höhle ist phänomenal“, freut sich Caterina Klusemann. Es kann nun weitergehen mit den Plänen für die Kultur im „Neandertal No. 1“.

Klassische Musik, ein Waldkonzert, das „Andertal-Festival“ im Herbst: Man darf gespannt sein auf das, was in und um die Höhle herum demnächst so alles stattfinden und angeboten wird. Ausstellungen und Weinproben inklusive und schaut man sich im steinernen Domizil um, dann kommt einem gleich das hier in den Sinn: Ja, das ist ein wunderbarer Ort für Kreativität.

Bald sollen auch Trauungen angeboten werden

Vor einem Jahr war an all das noch nicht zu denken. Es war dunkel, feucht und unwirtlich. Einen zarten Lichtblick hatte es allerdings schon gegeben: Im Vorraum der Höhle wuchs Farn aus den steinernen Wänden. Der Dunkelheit trotzend und beinahe so, als wäre er ein Vorbote für das, was noch kommen sollte. Auch einen Geologen hatte Caterina Klusemann damals gebeten, sich dort umzuschauen. Der war der Ansicht, dass es sich um einen umgekippten Steinberg handeln müsse. Schwer vorstellbar, wenn man drinsteht. Und dennoch plausibel, wenn man dem Forschergeist folgt. Ach ja, heiraten kann man demnächst auch im steinernen Domizil. Romantisch ist es dort jedenfalls schon mal.