Hochdahl: Unglück überschattet Chor-Konzert

Hochdahl: Unglück überschattet Chor-Konzert

Auftritt: Trotz eines Busunfalls des rumänischen Orchesters führte der Madrigalchor Millrath sein Adventskonzert in Trills auf.

Hochdahl. Mit einem voll tönenden "Gruß an Maria, Mutter Gottes" hat der Madrigalchor Millrath am Samstag sein adventliches Chor- und Orchesterkonzert in der St. Franziskuskirche in Trills eröffnet. Dabei wurde das Konzert von einem Unglück überschattet: Das angekündigte Orchester "Liber Artis" aus Rumänien war auf der Anreise in einen Busunfall verwickelt worden, bei denen Sänger verletzt wurden. Pfarrer Christoph Biskupek sprach den Betroffenen vor dem Konzert seine Genesungswünsche aus.

Absagen wollte der Chor den Abend jedoch nicht: "Wir haben so viel Arbeit ’reingesteckt", sagte Ralph Bille, Vorsitzender des Chores. Innerhalb von zwölf Stunden organisierte Chorleiter Sven Morche Instrumentalisten aus der Region. In der konzertreichen Adventszeit war das ein ganz eigenes Kunststück. Die nötigen neuen Arrangements schrieb er in der Nacht. "Wir haben nur eine halbe Stunde gemeinsam geprobt", sagte Bille.

Die Musiker spielten unter Morches Leitung den Kanon von Johann Pachelbel und das "Air" aus der dritten Orchestersuite von Bach - ganz brav und folgsam, genau die Balance der Lautstärke einhaltend.

Besinnliches und Weihnachtliches wie "Es ist ein Ros entsprungen" und "Engel haben Himmelslieder" prägten das Programm. Für "Macht hoch die Tür" war das Publikum zum Mitsingen aufgefordert. Hauptwerk des Abends war das strahlende "Gloria" von Antonio Vivaldi.

"Ich finde immer Solisten schön", sagte Besucherin Sabine Otto aus Wuppertal. Besonders die Stimme der Sopranistin Heike Lammersen sei ihr aufgefallen. Ihre Freundin Susanne Pepke lobte den Chor im Zusammenspiel mit dem Orchester. "Die haben sich von Lied zu Lied gesteigert", sagten beide übereinstimmend.

Besucher Detmar von Foerster lobt: "Ich kenne den Chor seit 50 Jahren. Die waren immer gut." Ein schwieriges Thema seien Madrigale in heutiger Zeit. Die mehrstimmigen Chorgesänge waren vor allem in der Renaissance und im Frühbarock beliebt.

Nach minutenlangem, stehendem Applaus der mehr als 200 Zuhörer gaben Chor, Solisten und Orchester eine Zugabe: Der wuchtige Kopfsatz aus dem "Gloria" erklang ein weiteres Mal. Begeisterte "Bravo-Rufe" waren der Lohn.

Der nächste Auftritt des Madrigalchors wird im Mai beim Brunnenfest in Millrath sein. "Ob wir etwas zusätzlich machen, überlegen wir immer in den Weihnachtsferien", sagte Ralph Bille.

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