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„Helau“ aus allen Richtungen beim Karnevalsumzug

„Helau“ aus allen Richtungen beim Karnevalsumzug

10 000 Jecken säumten am Sonntag in Unterbach bei strahlendem Sonnenschein den Weg des Karnevalsumzuges.

Unterbach. Absoluter Ausnahmezustand hat am Sonntag beim Karnevalszug in Unterbach geherrscht. Überall gab es Gute-Laune-Musik zu hören, die selbst sonst eher zurückhaltende Menschen zum Tanzen und Mitsingen animierte. „Helau“ schallte es aus allen Richtungen. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein begleitete die Jecken auf ihrem alljährlichen Umzug. Temperaturen um den Gefrierpunkt störten dabei niemanden so wirklich.

„Dann muss man einfach mehr Alkohol trinken, das hilft ziemlich schnell“, sagte Veit Höscher, der am Sonntag zum Ölscheich mutierte. Andere Tipps gegen die Kälte für alle, die Rosenmontag noch auf einen Karnevalszug gehen wollen: hüpfen, schunkeln und ganz eng aneinander schmiegen. Dabei ist es anscheinend sogar unwesentlich, ob man die zu kuschelnde Person vorher kannte oder nicht. Höscher: „Im Karneval ist das vollkommen egal. Die Leute sind doch total locker und gut drauf.“

Sarah Tillmann und Jens Weegner dürften das ein wenig anders sehen. Der Karneval war für das Paar die Gelegenheit, die Rollen zu tauschen. Sie ging als Teufel, er als Engel. „Normalerweise ist das bei uns umgekehrt, finde ich zumindest. Deshalb fanden wir das mal ganz lustig, außerdem sieht Jens in dem Kostüm richtig süß aus“, sagte sie.

Doch — egal ob Engel, Teufel, Scheich, Neandertaler, Frosch oder Vogel, ob Single, Familie oder Pärchen — alle Karnevalisten einten die gleichen Ziele: Party, Spaß und viel Kamelle. Gegen 14.11 Uhr setzte sich der Tross in Bewegung. Für Begeisterung sorgte der Wagen des Kinderprinzenpaares Jona und Lisa, deren Motto „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ vor allem die kleinen Besucher faszinierte. Es gab wohl kein Kind, das nicht gebannt vor dem Wagen stand.

Die Grünen fuhren unter dem Motto „Stoppt den Flächenfraß“ und „Nein zum Stadtentwicklungskonzept“ mit. Die Interessengemeinschaft Erkrath stellte eine Ameise dar, die das Pro (Geld und Bayer) und Kontra (ein Riesenstapel Protestpapiere und Unterlagen) zur CO-Pipeline aufzeigte. Die Blicke auf sich zogen die Jung- und Schülerschützen Unterbach, die sich unter dem Motto „Forever Young“ als ältere Menschen mit Rollatoren verkleidet hatten.