Händler fürchten Discounter

Händler fürchten Discounter

Mit Ausnahme der Bündnisgrünen stimmen alle Fraktionen für den Bau eines Penny-Markts an der Morper Allee.

Erkrath. Nun ist es amtlich: Der Penny-Markt an der Morper Allee neben dem Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof kommt im nächsten Jahr. Mehrheitlich stimmte der Planungs- und Verkehrsausschuss für den Lebensmitteldiscounter. Lediglich die Grünen votierten gegen die Ansiedlung.

Sie sehen die Fußgängerzone mit ihren Einzelhandelsgeschäften massiv gefährdet. "Penny ist an dieser Stelle deplatziert", sagte Ratsherr Peter Knitsch. "Die Leute fahren nach ihrem Einkauf doch sofort wieder nach Hause, statt noch durch die Bahnstraße zu gehen."

Noch ist unklar, wie die Fassade des Marktes, der künftig auf einer Fläche von 800 Quadratmetern inklusive separatem Bäcker alles rund um den täglichen Einkauf anbieten wird, aussehen wird. Zwar ähneln sich die beiden favorisierten Varianten. Allerdings gibt es kleine Unterschiede.

So etwa bei der Frage, wie das Satteldach auszusehen hat. Wird es die abgestufte Variante mit überdachter Parkplatz-Zufahrt oder die kompaktere Version mit dem durchgehenden Dach und freier Zufahrt? Fest steht indes, dass der Discounter ins Erdgeschoss zieht, während im Obergeschoss Büroräume vorgesehen sind. Und: Das Dach wird auf Drängen der Grünen mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet.

Heiß diskutierter Knackpunkt war die Frage, welche Auswirkungen der Penny-Markt auf das Zentrum Alt-Erkraths haben wird. Immer wieder klagen die Einzelhändler entlang der Bahnstraße über immer weniger Kunden. "Sie haben schon genug zu kämpfen", sagte Peter Knitsch und fand Worte wie "städtebauliches Problem", um seine ablehnende Position zu untermauern. "In der Fußgängerzone stehen schon genug Läden leer."

Eine Meinung, mit der seine Fraktion nicht alleine steht. Selbst der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband war anfangs skeptisch. In einem Gutachten waren die Experten zu dem Ergebnis gekommen, "dass es bei der Ansiedlung des Discounters zu einer Umsatzverlagerung im Sortiment Nahrungs- und Genussmittel zu Lasten des zentralen Versorgungsbereiches Alt-Erkrath in Höhe von 10,7Prozent kommt".

Mittlerweile hat sich dieser Standpunkt aber grundlegend geändert. So vertritt der Verband nach "neuen Erkenntnissen und weiteren Gutachten" die Auffassung, dass der Bahnhofsvorplatz aus städtebaulicher Sicht durch die Ansiedlung des Discounters eine Aufwertung erfährt.

Gestützt wird diese Sichtweise durch ein Gutachten der Cima GmbH, die im Auftrag der Stadt ein Einzelhandelsgutachten erstellt hat. Darin ist von einer "städtebaulich integrierten Lage" und einem "positiven Beitrag zur städtebaulichen Entwicklung des Bahnhofsbereiches" die Rede. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) ist auf diesen Zug aufgesprungen, während die Werbegemeinschaft Erkrath-City das "Nein" der Grünen teilt.

"Penny tut der Bahnstraße keinen Abbruch", sagte der stellvertretende CDU-Fraktionschef Helmut Rohden. Vielmehr verspricht er sich sogar zusätzliche Effekte - und zwar durch die Pendler, die die Gelegenheit eines Discounters direkt am Park-and-Ride-Parkplatz nutzen würden.