Grünes Licht für den Bau der Feuerwache

Grünes Licht für den Bau der Feuerwache

Kreisausschuss beschließt: Wunsch-Standort Cleverfeld ist kein Naturschutzgebiet mehr.

Erkrath. Soll der Flächennutzungsplan für das Cleverfeld von Naturschutzgebiet in Siedlungsgebiet geändert werden? Von der Antwort auf die Frage hängt einiges ab, der Kreisausschuss hatte sie zu geben.

Seit Jahren schon wird über den Neubau der Feuer- und Rettungswache Erkrath geredet. Das Gebäude der alten Wache an der Schimmelbuschstraße genügt bereits den heutigen und erst recht den zukünftigen Anforderungen nicht mehr. Sie ist zu klein und hat sicherheitstechnische Mängel. Ein Umbau ist nicht sinnvoll, ein Neubau muss her. Die Stadt suchte nach einem Standort, an dem freiwillige und städtische Feuerwehr unter einem Dach untergebracht werden können und der einsatztaktisch günstig gelegen ist.

Dass sich die Lokalpolitik, die sechs mögliche Standorte geprüft hat, ausgerechnet für das im Naturschutzgebiet liegende Cleverfeld entschieden hat, brachte einige Bürger und Politiker auf die Barrikaden. Deswegen wurden Untersuchungen zum Artenschutz angestellt, Schallgutachten erstellt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis aller Untersuchungen ist in einer Vorlage zusammengefasst, die dem Kreisausschuss zur Beschlussfassung vorlag. Demnach ist das Cleverfeld wegen seiner Größe und Lage für die Feuerwehr der am besten geeignete Standort, und der Wert des „Naturschutzgebiets“ wird selbst von der unteren Naturschutzbehörde laut Gutachten als eher gering eingeschätzt. Sie empfiehlt, den gesamten Bebauungsplan aus dem Naturschutzgebiet und aus dem Landschaftsplan zu entlassen, inklusive der als Ausgleichsflächen geplanten Grünstreifen rund um die Wache herum.

Das Cleverfeld sei eigentlich immer als Baugebiet gedacht gewesen, in Erkrath habe man nur darüber gestritten, ob die Bebauung ein- oder mehrgeschossig ausfallen sollte, erklärte Ausschussmitglied Detlef Ehlert (SPD) seinen Kollegen. Es sei ein Naturschutzgebiet auf dem Papier gewesen, „das hat man sich selbst überlassen, aber es hat nicht funktioniert“. Artenschützer haben einige seltene Amphibien, Fledermäuse und Greifvögel ausgemacht, die das Gebiet als Fressgäste nutzen, aber nicht dort nisten und brüten. Die Amphibien ließen sich leicht mit einem Schutzzaun vom Grundstück der Feuerwehr fernhalten; umsiedeln müsse man sie nicht. Das sieht die Untere Naturschutzbehörde genauso.

Der Kreisausschuss sprach sich mit drei Gegenstimmen (Grüne und UWG) sowie einer Enthaltung (Linke) für die Änderung des Flächennutzungsplans aus. Die Stadt ist ihrer neuen Feuerwache wieder ein Stück näher gekommen.

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