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Grüne in Erkrath: Wimmersberg darf kein Spekulationsobjekt werden

Erkrath : Grüne besorgt wegen Wimmersberg

Der Planungsausschuss soll sich am 1. September noch einmal mit dem Projekt befassen. Es werde in Erkrath zu blauäugig betrachtet.

Wird das Baugebiet „Am Wimmersberg“ in Alt-Erkrath zum Spekulationsobjekt? Das befürchten zumindest Erkraths Grüne und haben das Thema daher erneut auf die Tagesordnung des Planungsausschusses setzen lassen, der am 1. September wieder tagt. Aktueller Anlass sind Antworten der Düsseldorfer Stadtverwaltung auf Anfragen der dortigen Grünen zum Projekt „Grand Central“, das wie der Wimmersberg von der Firma Catella betrieben wird, teilen die Grünen mit.

 Für diese Fläche in unmittelbarer Nähe zum Düsseldorfer Hauptbahnhof sei auf Betreiben von Catella bereits im März 2018 Baurecht geschaffen, doch bis heute nicht mit der Bebauung begonnen worden. Auf Anfrage der Düsseldorfer Grünen habe die Baudezernentin der Landeshauptstadt nun berichtet, dass die Grundstücke von Catella und von eigens gegründeten Gesellschaften inzwischen im Wege sogenannter „Share Deals“ –einer rechtlichen Konstruktion zur Umgehung der Grunderwerbssteuerpflicht – auf andere Investoren übertragen worden seien.

Knitsch mahnt „Blauäugigkeit“
von Stadt und Rat an

Die neuen Investoren wollten nun offenbar von den bereits erteilten Baugenehmigungen keinen Gebrauch mehr machen und hätten teilweise andere Vorstellungen von der Bebauung des Gebietes. Wann mit einem Baubeginn zu rechnen ist, sei genauso unklar. Peter Knitsch, Sprecher der Erkrather Grünen, schlussfolgert daraus: „Wir möchten verhindern, dass die Grundstücke am Wimmersberg das selbe Schicksal erleiden und zum Spekulationsobjekt werden. Es muss verhindert werden, dass nach der Schaffung von Baurecht durch ein undurchsichtiges Firmenkonstrukt alle möglichen Veräußerungen stattfinden, die Beteiligten Unternehmen zwar Steuern sparen und den Planungsmehrwert abschöpfen, aber über einen längeren Zeitraum nicht gebaut wird. Wir befürchten, dass Stadt und Ratsmehrheit bezüglich dieser Gefahren bislang zu blauäugig sind.“

Weiter kritisieren die Grünen, dass zwar das Bebauungsplanverfahren in aller Eile und mit Sonderratssitzungen noch vor den Wahlen abgeschlossen werden solle, bislang aber nicht einmal der Entwurf für einen städtebaulichen Vertrag vorliege. Dieser müsse so weit wie möglich genutzt werden, um Entwicklungen wie in Düsseldorf zu verhindern, so Knitsch. Auch am Verfahren und an den bislang von Stadtverwaltung, CDU und SPD vorgesehenen Inhalten des Bebauungsplans stören sich die Grünen zusammen mit einigen Bürgern: Ihnen zufolge füge sich die Bebauung nicht ausreichend in die Umgebung ein, die geplante Fällung von mehr als 300 Großbäumen könne bei besserer Planung reduziert werden und die vorgesehenen fast 1000 neuen Pkw-Stellplätze und eine Verkehrsführung durch die geplante grüne Mitte des Wohngebietes widersprächen dem alternativen Verkehrskonzept, Lärm- und Klimaschutz kämen zu kurz. Der Investor Catella wehrt sich gegen den Spekulationsverdacht. Es gebe „keinerlei Zusammenhänge“ zwischen Grand Central und dem Projekt am Wimmersberg. „Dort kommt eine Zusammenarbeit mit diesem Partner für uns nicht in Frage. Der Bezug auf das Projekt Grand Central ist irrelevant“, sagt Klaus Franken von Catella, und ergänzt: „Den Vorwurf der Spekulation weisen wir entschieden zurück. Selbst bei der angedachten Zusammenarbeit mit dem Partner in Sachen Grand Central ist vertraglich und notariell fixiert, dass die geförderten Wohnungen bei uns im Bestand bleiben, übrigens im Bestand meiner sowie einer weiteren Familie.“ Die entsprechenden Notarverträge hätte Catella Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz seinerzeit zur Einsicht vorgelegt, „um solche Irritationen von vorne herein zu vermeiden“.