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Erkrather Lokschuppen ist an jedem vierten Sonntag im Monat bei freiem Eintritt geöffnet

Hochdahl : Eisenbahnmuseum macht weiter Dampf

Zurzeit wird der nächste Besuchertag am Sonntag, 28. Juli, vorbereitet.

. Der historische Lokschuppen am Hochdahler Ziegeleiweg wird an jedem vierten Sonntag im Monat zum Eisenbahnmuseum. Von 11 bis 17 Uhr ist er dann bei freiem Eintritt geöffnet und die Mitglieder des Eisenbahn- und Heimatmuseums Erkrath-Hochdahl (EHEH) stehen für Fragen zur Verfügung. Der Verein betreibt das Museum sowie seine Sammlung an Fahrzeugen und Exponaten ehrenamtlich und steckt viel Arbeit in die Pflege und Erweiterung der Ausstellung.

Uli Schimschock erklärt
Gästen die alte Seilzuganlage

Archivmitarbeiter Uli Schimschock ist stets ganz in seinem Element, wenn er wie zuletzt eine Geburtstagsgesellschaft durch die Ausstellung führt und Betriebsabläufe aus der Geschichte der Eisenbahn erklärt. „Ursprünglich war das Seil aus Hanf“, erklärt er zur Seilzuganlage an der „steilsten Eisenbahn-Hauptstrecke Europas bis 1981“ zwischen Erkrath und Hochdahl. „Doch das Hanfseil dehnte sich immer weiter, so dass alle paar Wochen ein paar Meter abgeschnitten werden mussten“. Schließlich sei das Hanfseil noch im 19. Jahrhundert durch ein 34 Millimeter dickes und 2652 Meter langes Drahtseil ersetzt worden. Mit der auf Gegengewichten basierenden Seilzuganlage konnten die Dampflokomotiven zwischen 1841 und 1926 die 3,3 Prozent Steigung und 81,6 Meter Höhendifferenz überwinden. Die Gäste hörten interessiert zu und stellten Fragen. Weiter geht es zum großen Modell einer Schnellzugdampflokomotive der Baureihe 01. „Solche Modelle wurden von den Lehrlingen als Teil ihrer Ausbildung zum Schlosser oder Feinmechaniker gebaut“, erläutert Schimschock. Sie wurden dann an größeren Bahnhöfen aufgestellt, wo Passanten mit dem Einwurf von zehn Pfennigen die Räder in Gang setzen konnten. „Der Erlös ging an die Familien von verunfallten Mitarbeitern“. EHEH-Vorsitzender Ralf Fellenberg hat schon die kommenden Veranstaltungen im Blick. „Unser Zugcafé wird im Moment wegen eines Wasserschadens restauriert und soll bis zur nächsten Großveranstaltung wieder einsatzbereit sein“, erzählt der promovierte Chemiker. Vielleicht schon zum nächsten Museumstag am Sonntag, 28. Juli, könnte dagegen die frisch überholte Schienensäge als neuestes Exponat zu sehen sein.

Auch eine japanische Modelleisenbahn soll dann aufgebaut werden. Vereinsmitglied Armin Gärtner hat sie in Tokio gekauft hat. „Da kann dann jeder mal ein bisschen mit fahren. Das wird super für Kinder“, sagt Gärtner. tpp