Erkrather Kita will den fairen Handel stärken

Gerechtigkeit als Grundgedanke : Kita setzt sich für fairen Handel ein

Die städtische Einrichtung in Hochdahl-Mitte bewirbt sich derzeit um ein Fairtrade-Zertifikat.

Einer seit zwei Jahren Fairtrade-zertifizierten Stadt steht es gut zu Gesicht, dass sie auch Schulen und Kindergärten hat, die den fairen Handel stärken. Eine Schule gibt es bereits, es ist die Gemeinschaftsgrundschule an der Falkenstraße. Nun bewirbt sich die städtische Kita in Hochdahl-Mitte, Am Schimmelkämpchen 20, die 1996 eingeweiht wurde, um diese
Auszeichnung.

Den Anstoß zum Bewerbungsprozess gab Kita-Leiterin Dagmar Niechoj jetzt beim jährlichen Sommerfest. Mit ins Boot genommen hat sie Andreas Kuchenbecker, den Vorsitzenden der städtischen Steuerungsgruppe Fairtraide, und auch Andrea Stracke-Knitsch vom Kita-Rat. Bürgermeister Christoph Schultz unterstützte die Aktion durch Entsendung der stellvertretenden Bürgermeisterin Regina Wedding.

Grüße überbrachte auch Regina Inger vom Erkrather Eine-Welt-Laden. Denn dort werden viele Produkte gekauft, die in der Hochdahler Kita, die zentral in der Nachbarschaft von Hochdahl Arcaden und Hochdahler Markt liegt, verspeist oder für andere Zwecke benötigt werden. Das Ziel der Fairtrade-Auszeichnung ist es, ganz viele kleine Experten in Sachen verantwortungsbewusste Ernährung und fair gehandelte Produkte auszubilden. Die Kinder sollen neugierig gemacht werden, woher zum Beispiel die von ihnen beim gemeinsamen Frühstück verzehrten Bananen oder der Kakao kommen, wie die Ursprungsländer heißen und wo diese liegen. Spielerisch ist das zu lernen, wissen Dagmar Niechoj und ihre Erzieherinnen. Zum Programm gehören aber auch im fairen Handel hergestellte Musikinstrumente oder auch Fußbälle. Die wurden beim Sommerfest bereitgestellt und die Lokalprominenz beteiligte sich ehrgeizig am Torwandschießen. Allerdings mit wenig Erfolg, zumindest was das Ziel betraf. Da konnten die Erwachsenen von den Kindern noch einiges lernen, wie Philipp (5) und Laura (6) bewiesen.

„Die ökologische Verantwortung soll den Kindern in Fleisch und Blut übergehen“, hoffen die Verantwortlichen in der Kita Hochdahl-Mitte.

Das „Faire Frühstück“ ist dort schon regelmäßiger und beliebter Programmpunkt. Die Lebensmittel dazu liefert der Weltladen. In vielen kleinen Schritten, die für die Bewerbung zur Fairtrade-Kita dokumentiert werden, soll den Kindern klargemacht werden, dass jede Familie dazu beitragen kann, dass ein Gefühl für mehr Gerechtigkeit in der Welt entsteht. Auch können die Kinder den Eltern bei Einkauf beratend zur Seite stehen.

Nicht nur Kitas und Grundschulen, auch das Gymnasium Hochdahl ist in Sachen Fairtrade aktiv. Dort hat sich zu Beginn des Jahres eine Schülergenossenschaft gegründet mit dem Ziel, in Pausen nur noch Snacks und Getränke zu verkaufen, die nachhaltig, regional oder fair gehandelt sind.“

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