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Erkrather Erdbeeren kommen jetzt auch aus dem Hochbeet

Erkrath : Erkrather pflücken Erdbeeren selbst

Auch beim sonst so beliebten Familienausflug auf die Erdbeerfelder hat die Corona-Pandemie Einschränkungen gebracht. „Leider mussten wir den Besuch von Kindern beim Selbstpflücken untersagen. Kinder sind ja zum Glück Kinder, aber daher konnten wir nicht sicherstellen, dass sie keine Früchte anpacken, hängen lassen und der nächste pflückt sie.

Schon können wir Infektionsketten nicht mehr nachverfolgen“, so der Inhaber vom Bauerngarten im Schwarzbachtal, Jürgen Benninghoven. Auch war der Deutschen liebste Sommer-Frucht in diesem Frühjahr deutlich teurer als sonst.

Der frostfreie Winter ließ viele Schädlinge überleben

„Für das Wachstum war schon der warme, zumeist frostfreie Winter schon problematisch. Außerdem konnten Schädlinge so überleben und wie drei aufeinanderfolgenden Frost-Nächte während der Blütezeit den Pflanzen so zusetzen wie das viel zu trockene Frühjahr den Früchten“, so der innovative Landwirt, der hinter dem Hofgeschäft mit dem, zurzeit wegen Corona geschlossen, angegliederten Café lange Reihen mit Hochbeeten aufstellen ließ. Hier werden Erdbeerpflanzen ohne Bodenkontakt auf Hochregalen gezogen. „Wir haben gerade eben vom Institut Lufa bestätigt bekommen, dass das Wasser aus unserem Brunnen, mit dem wir die Pflanzen bewässern, zu 100 Prozent frei von Rückständen ist“, freut sich Geschäftsführer Georg Rüschoff, der für den Direktverkauf und das sonst gut besuchte Café zuständig ist, mit Blick auf den Auswertungsbogen des Instituts.

Die Erdbeeren, die auf dem Hof im Schwarzbachtal und an den Verkaufsständen an der Hochdahler Straße (direkt gegenüber von Haus Unterbach) oder an der Düsseldorfer Rennbahn jetzt noch verkauft werden, kommen ausschließlich von hier. „Wir spritzen gegen Schädlinge einen rein biologischen Sud aus Petersilie, Distel und Backpulver. Außerdem haben wir zum Bestäuben hier 20 000 Oregon-Falter letzte Woche frei gelassen, in der Hoffnung, dass sie sich hier ansiedeln als natürliche Bestäubungshelfer“, verrät Benninghoven, der sicher ein Öko-Siegel verliehen bekäme, aber bewusst darauf verzichtet, eines zu beantragen.

„Ich möchte die Wahl behalten, falls es zu so einem schlimmen Schädlingsbefall kommt, doch Pestizide spritzen zu können, um einen Ernteschaden zu verhindern. Immerhin hängen 38 Arbeitsplätze an unserem ­Betrieb.“

Aber zurück zum Selbstpflück-Feld an der Hochdahler Straße. „Auf den Erdbeerfeldern hier haben wir massive Probleme mit den Nilgänsen. Sie fallen früh am Morgen mit mehr als 300 Tieren vom Unterbacher See aus auf den Erdbeerfeldern ein. Mit ihrem Kot verschmutzen sie die Früchte und Pflanzen so, dass wir die Erdbeeren nicht mehr verkaufen können.“ Daher wird es an dieser Stelle ab der kommenden Saison wohl keine Felder zum Selbstpflücken geben. „Doch Johannisbeeren, die jetzt reif und lecker sind, und später dann Himbeeren und Brombeeren kann man hier natürlich weiter pflücken, die lassen die Gänse in Ruhe“, bestätigt er, der seit Jahren den Verkaufsstand auf der Unterbacher Seite der Hochdahler Straße betreut.

Sein Chef hat eine große Bitte: „Lassen Sie jetzt besonders den Feldern neben dem Rewe/ Penny-Parkplatz ihre Ruhe. Hier müssen die Pflanzen ausschießen, damit sie im nächsten Jahr kräftig austrieben und wir viel Spargel stechen können.“