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Erkrather Burger aus dem Bus kommen gut an

Erkrath : Burger-Verkauf aus altem Schulbus wird zur Erfolgsgeschichte

Sarah Schramm hat mit ihrem Food Truck von Event-Catering auf Straßenverkauf umgesattelt. Derzeit steht sie am noch geschlossenen Arcadia-Hotel.

Als der Handel wegen der Corona-Epidemie zum Erliegen gekommen war, hatte Sarah Schramm kurz das Bedürfnis „den Kopf in den Sand zu stecken“. Das entspricht jedoch gar nicht dem Charakter der 28-jährigen Erkratherin, die sich vor drei Jahren mit ihrem ersten Food Truck selbstständig gemacht hat. „Events, Geburtstage, Street-Food-Märkte wie der Feierabend-Markt in Erkrath – alles, was über den Sommer hinaus gebucht war, wurde nach und nach abgesagt. Das hat mich wirklich frustriert.“ Zumal sie sich erst vor Kurzem ihren Herzenswunsch erfüllen konnte. „Ich habe schon lange nach einem original amerikanischen Schulbus gesucht, um ihn zu einem Food Truck umzubauen.“

Gefunden hat die Gastronomin ihn schließlich bei einem großen Internetportal für Kleinanzeigen. „Ein Privatmann in Frankfurt hat ihn verkauft, nachdem der Bus zwölf Jahre lang als Transportmittel für Kita-Kids gedient hatte“, erzählt die junge Frau, für die es natürlich nahe lag, zu ihrem vor 30 Jahren in den Staaten gebauten Gefährt eine passende Speisekarte anzubieten. Um es selber fahren zu können, musste sie auch noch einen Lkw-Führerschein machen.

Die weiteste Strecke bisher war eine Tour nach Kassel. „Der Agentur, die den Stadtwerken einen amerikanischen Bus für ihr Event versprochen hatte, ist der gebuchte kurzfristig abgesprungen. Im Internet haben sie uns gefunden und angefragt“, erzählt Sarah Schramm. Ihr sei schon ein wenig mulmig dabei gewesen, 450 hungrige Gäste mit Burgern und Co. zu versorgen, aber nach zwei Stunden seien alle „satt und zufrieden“ gewesen.

Wegen Corona wurde aus Catering ein stationärer Verkauf

Weil auch in ihrer Firma, die bisher ausschließlich auf Catering spezialisiert war, Fixkosten wie die Miete für die Halle, in der die beiden Food Trucks stehen, weiterlaufen, setzte sie die Idee für den stationären Verkauf um. Seit Karfreitag steht sie mit ihrem Bus auf dem Parkplatz des Arcadia-Hotels an der Neanderstraße und bietet ihre Gerichte an. „Wir waren von dem Ansturm am Osterwochenende selbst überrascht“, sagt sie. „Es gab Kunden, die sind am ersten Wochenende jeden Abend gekommen, um Burger zu holen.“ Denn wie alle anderen Gastronomen auch durfte Sara Sandmann ihre Gerichte damals nur zum Mitnehmen anbieten. Inzwischen hat es sich in Erkrath, aber auch bis Gerresheim und Unterbach, herumgesprochen, dass es an ihrem Food Truck 180 Gramm schwere Pattys gibt, die zu 100 Prozent aus hochwertigem „Dry-Age“-Fleisch bestehen. „Das kaufen wir in Unterfeldhaus bei einer Fleischerei. Meine Freunde haben erst gesagt, dass ich so etwas Hochwertiges nicht zu Hackfleisch verarbeiten kann. Als sie dann probiert haben, waren sie von meinem Konzept überzeugt.“

Bis Juni kann der Food Truck voraussichtlich noch an seinem Standort bleiben: „Ich bin der Hotel-Geschäftsführerin sehr dankbar, die sofort zugesagt hat, als ich mich mit der Bitte an sie wandte“, sagt Schramm. Sollte sie aufgrund von Coronabedingten Änderungen für die Hotellerie einen neuen Standort brauchen, müsste er verkehrstechnisch wieder so günstig liegen. Denn auch viele Radfahrer halten auf ihren Touren an, um sich, mit dem geforderten Abstand, an Burgern (auch vegetarisch), Pommes und Co. zu stärken. Geöffnet ist mittwochs bis donnerstags in der Zeit von 17 bis 21 Uhr, freitags bis sonntags und feiertags von 12 bis 21 Uhr, Montag und Dienstag sind Ruhetage.

www.farmerstruck.de