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Erkrather Bahnhof wird zum Kunstwerk

Erkrath : Künstler verschönert Bahnhof

Die Bahnunterführung Kreuzstraße hat er bereits verschönert, nun verwandelt der Düsseldorfer Streetart-Künstler Marco Holzheier auf Initiative des Künstlers Ralf Buchholz und der Neanderartgroup den Alt-Erkrather Bahnhof in ein farbenfrohes Kunstwerk.

Er sprach über seine umfangreiche Arbeit, die am Ende zu Kunst wird.

Herr Holzheier, seit wann sind Sie bereits als Graffiti- und Streetart-Künstler tätig?

Marco Holzheier: Graffiti mache ich nun schon seit 25 Jahren. Ich habe immer schon gerne gezeichnet. Als Jugendlicher kam ich dann an das Medium Graffiti und fand das sehr spannend. Inzwischen ist viel Fotorealismus dazugekommen, dreidimensionale, abstrakte Objekte. Ich versuche immer wieder, mich neu zu erfinden, komme aber immer zurück zur Basis, um neue Elemente hinzuzufügen. Mit der Zeit wurde ich immer besser. Dann kamen erste Anfragen, ob ich nicht ein Garagentor oder Kinderzimmer gestalten könnte. 2015 habe ich dann ein Nebengewerbe angemeldet und nehme Auftragsarbeiten an. Seitdem bin ich viel unterwegs.

Wie soll denn der Alt-Erkrather Bahnhof einmal aussehen?

Holzheier: Ich habe mir ein Grundkonzept ausgedacht. Es sind vier Flächen links und rechts der Gleise. Zuerst habe ich nach einem Motiv geschaut, das farbenfroh ist und sich wie ein roter Faden durchzieht. Eine Banderole. Das ist passend für die langgezogenen Flächen. Dann wird es eine große Willkommenswand geben, in verschiedenen Sprachen. Natürlich wird auch ganz klassisch der Neandertaler zu sehen sein, umschmückt mit Landschaft, Lagerfeuer und Höhlenmalereien. Für die zweite Seite dienen als Hauptelemente das Rathaus und die Kirche von Erkrath. Und Landschaft, die Düssel, viele Blumenmotive. Es war mir wichtig, dass es farbenfroh ist und die Leute Freude dran haben.

Das hört sich nach viel Vorarbeit an.

Holzheier: Ja, da braucht es ziemlich viel Zeit. Ich erstelle zuerst Kollagen, mache Fotos von Motiven, wie dem Rathaus. Ich fotografiere auch vorher die Wand, so können es sich die Kunden besser vorstellen. Dann müssen die Wände vorbereitet sein. In diesem Fall wird das vom Bauamt gemacht, wofür ich sehr dankbar bin. Farben müssen besorgt werden, die entsprechenden Stellen abgeklebt. Das gehört alles dazu, aber es macht viel Spaß.

Und wie schützen Sie Ihre Kunstwerke vor Schmierereien?

Holzheier: Die Flächen werden am Ende versiegelt. Da kommt eine Art Wachsschicht drauf, auf der Farbe nicht haftet, sondern runterfließt. Da haben dann Sprayer keinen Spaß dran. Außerdem lässt sich die Farbe auch leicht abwaschen. Werden Ihre Kunstwerke oft verschandelt?Holzheier: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn etwas Vernünftiges auf den Wänden drauf ist, der Respekt erheblich höher ist. Dass da jemand etwas verschandelt kommt sehr selten vor. Die Hemmschwelle ist größer.

Wann wird der Alt-Erkrather Bahnhof denn fertig sein?

Holzheier: Ich habe immer eine sehr kühne Zeitplanung. Ich gehe von zwei Wochen aus. Die eine Hälfte ist schon fast vollständig bespielt. Wenn es regnet, kann ich nicht an die Wand. Also, spätestens in drei Wochen sollte dann alles fertig sein.