Bildung in Erkrath Zukunft der Volkshochschule ist noch offen

Erkrath · Der angestrebte Verbund mit Hilden und Haan wird so schnell nicht zustande kommen. Die Politik sorgt sich um die Qualität künftiger Programme.

Das Archivfoto zeigt VHS-Leiterin Ursula Moldon (Mitte) mit Dozentinnen bei einer Präsentation.

Das Archivfoto zeigt VHS-Leiterin Ursula Moldon (Mitte) mit Dozentinnen bei einer Präsentation.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Ein Zusammenschluss mit der VHS Hilden-Haan wäre ein Segen für die Volkshochschule Erkrath, die mit ihrer Personalausstattung ziemlich am Limit ist – so sehr, dass die inhaltliche Planung schon etwas leidet, wie jetzt im Kulturausschuss zu hören war. Doch Kulturdezernent Michael Pfleging hatte in dieser Hinsicht noch keine neuen Nachrichten aus der jüngsten Versammlung des Zweckverbands Hilden-Haan mitgebracht.

Mit dem von der Stadtverwaltung angestrebten Anschluss Erkraths zum 1. Januar 2025 wird es jedenfalls nichts, da müssen noch einige Details besprochen werden und auch Zahlen offengelegt werden, berichtete Pfleging dem Kulturausschuss.

Als Beitrittsdatum sei der 1. Januar 2026 möglich, aber keinesfalls beschlossene Sache. „Wir haben derzeit noch keine Zustimmung der Zweckverbandsversammlung für eine Fusion“, so Pfleging. In der Folge sorgte sich Erkraths Politik, wie es denn 2025 weitergehe mit der VHS Erkrath, die ja dann eigentlich schon mit Hilden/Haan verbandelt sein und von einigen Synergieeffekten profitieren wollte. „Es wird nach wie vor ein umfassendes, ansprechendes Programm geben“, versicherte Pfleging daraufhin. Allerdings hat die VHS Erkrath bereits jetzt zu kämpfen und bekommt inhaltlich schon länger nicht mehr alles gestemmt, was sie eigentlich anbieten möchte. Das wird sich auch im Herbstsemester bemerkbar machen, dessen Planung zusätzlich von einer aufwändigen, Zeit und Arbeitskraft bindenden Zertifizierung erschwert worden war.

Im Rahmen des Qualitätsmanagements hatte zusätzlich zum Tagesgeschäft ein Audit erfolgen müssen – sprich eine Überprüfung durch Experten, ob Prozesse innerhalb der Volkshochschule Erkrath noch den geforderten Standards im Bereich Entwicklung, Planung und Durchführung von Bildungsmaßnahmen entsprechen. Ein positiver Bescheid mündet in ein Qualitätssiegel, das Voraussetzung ist für mehrjährige Zuschüsse von Land und Bund. Im Dezember 2023 war für Erkrath auch noch die Zulassung für die Durchführung der Berufssprachkurse ausgelaufen und musste ebenfalls neu beantragt werden. Für Erkrath gab es eine Neuzulassungsdauer für drei Jahre, die angestrebte fünfjährige Zulassung scheiterte an der Qualität der Raumausstattung.

Synergieeffekte für Verwaltung und inhaltliche Planung

Der Schwerpunkt liegt in Erkrath auf Sprachen, vor allem Deutsch für Zuwanderer und Geflüchtete (mit Wartezeiten bis zu mehreren Monaten), sowie auf Gesundheit, Bewegung und Ernährung. Auch andere Themenfelder werden beackert, jedoch meist eher oberflächlich. Daher stellte sich für Erkraths Stadtverwaltung die Frage, ob eine Zusammenarbeit mit einem der benachbarten VHS-Zweckverbände eine Alternative wäre. Dies bringe Synergieeffekte für Verwaltung und inhaltliche Planung. So könnte beispielsweise der hohe administrative Aufwand für die Deutschkurse, die laut Erkrather Verwaltung drei Teilzeitkräfte binden, gebündelt und dadurch Zeit für Projekte freigeschaufelt werden. Außerdem eröffneten sich durch die dann gegebene Größe der VHS neue Fördertöpfe. Ein aus Erkrather Sicht also wünschenswerter Schritt, zumal die Ansprüche an die Volkshochschule durchaus hoch sind und zum Beispiel schnelles Reagieren auf das Zeitgeschehen erwartet wird. Kritisiert wurde etwa, dass es im Herbstsemester nur wenige Beiträge zu politischen Grundbildung gibt, der angesichts des Rechtsrucks in Europa wieder mehr Bedeutung zukommt. Auch Fake News (und wie man sie erkennt) sollten Thema werden, so ein Wunsch, ebenso wie informative Vorträge und Kurse rund um die LGBTQ-Gemeinde, um über den eingeschworenen Seniorenkreis hinaus weitere Altersgruppen für die VHS-Angebote zu gewinnen.

(hup)
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