Erkrath: Wimmersberg-Planung wird konkreter

Bauprojekt : Bürger erfahren Wimmersberg-Pläne

In der Stadthalle hat der Investor Catella, der am Wimmersberg bauen will, nun einen offenen Bürger-Workshop angeboten. Die Firma wehrt sich gegen Profit-Vorwürfe.

Der Investor Catella beweist, dass es ihm ernst ist mit der Bürgerbeteiligung: In der Stadthalle an der Neanderstraße fand nun ein offener Bürger-Workshop statt. Anwohner und weitere Interessierte waren eingeladen waren, sich mit dem Stand der Planung der „Düssel-Terrassen“ auseinanderzusetzen, die auf dem einstigen Gewerbegebiet Wimmersberg entstehen sollen. Kritik, Anregungen und Wünsche konnten dazu eingebracht werden.

Seit der ersten Vorstellung im September 2018 hatte es bereits drei Bürgerdialoge gegeben, zuletzt im Rahmen der Eröffnung der „ARTfabrik“ im Mai. Catella versichert, dass alle Anregungen aus der Bevölkerung aufgenommen wurden und die Planungen eingeflossen seien. In den sozialen Netzwerken hatte es Vorwürfe gegeben, dass der Investor „nur“ Profit machen wolle und über die Bürger hinweg die einfachsten Lösungen durchsetzen wolle.

Planungen seien individuell auf Erkrath abgestimmt, heißt es

Das wollte Geschäftsführer und Gesellschafter Klaus Franken mit einem 45-minütigen Vortrag zu Beginn des Workshops widerlegen. Selbstverständlich seien die Planungen individuell auf Erkrath abgestimmt; die topografische und städtebauliche Situation rund um den Wimmersberg sei Grundlage und Voraussetzung für die Arbeit der Planer. Aus den Entwürfen von sechs Architekturbüros, die im Mai vorgestellt worden waren, wurde im Dialog mit der Stadtverwaltung und externen Gutachtern nach und nach ein „Konsensplan“ entwickelt. Der Entwurf ist noch nicht im Detail ausgearbeitet, doch es lassen sich schon die wichtigsten von den Bürgern bevorzugten Merkmale erkennen.

So wurde die Geschossigkeit der Gebäude am Südrand des Plangebietes reduziert, damit die Anwohner der Straße Am Wimmersberg einen guten Blick nach Norden haben. Herzstück des Wohngebiets soll eine „Grüne Mitte“ werden, die sich von West nach Ost terrassenförmig über das ansteigende Gelände erstreckt.

Um diesen Park herum gruppieren sich sogenannte „Punkthäuser“, die die Bebauung offener wirken lassen. Im Norden zur Bahntrasse hin soll ein geschlossener Baukörper für Lärmschutz sorgen, dessen Segmente zur Auflockerung gegeneinander versetzt werden.

Unter den 305 kartierten, schützenswerten Bäumen bleibt auch eine Pappel-Allee erhalten, die von der Bahntrasse bis in die Grüne Mitte führen soll. Der ruhende Verkehr wird ganz aus der Siedlung ferngehalten und in einer Tiefgarage im Nordwesten gesammelt. „Ich habe schon ein paar Gespräche geführt, aber noch keine Kritik gehört“, bilanziert Schallgutachter Martin Düpmeier am Arbeitstisch „Planung“. Peter Kaminski steht an Tisch vier für Gespräche zum Freiraumkonzept zur Verfügung. „Die Grüne Mitte kommt sehr gut an bei den Leuten und wurde nach dem letzten Bürgerdialog noch größer geplant“, erläutert er.

Immer wieder werde der Wunsch nach Barrierefreiheit geäußert, und nach einer Rampe für Fußgänger und Radfahrer, die die Siedlung im Osten mit der Kreuzstraße verbindet. „Für die Wohnungen selbst wünschen sich die Leute einen großzügigen Wohnbereich und große Fensterfronten“, hat Silke Blumhoff, Letting Manager bei Catella, erfahren. Auch Ratsmitglied Sarah Harden (CDU) sah sich die Entwürfe an. „Mein Eindruck ist, dass dieses wunderbare Grundstück eine Chance für Erkrath ist und ich freue mich, dass wir unsere Anregungen einbringen können“, erzählt die 25-Jährige
zufrieden.

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