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Erkrath: Was die Großbrände für die Prioritäten der Stadt bedeuten

Grundschule und Kita abgebrannt : Die Neubauten nach den Bränden haben für Erkrath Priorität

Auf die Haushaltspläne sollen sie sich aber nicht negativ auswirken.

Für 2022 hatte Erkraths Kämmerer Thorsten Schmitz eigentlich einen ausgeglichenen Haushalt prognostiziert, bei unveränderten Grund- und Gewerbesteuersätzen. Das wäre ein Meilenstein auf dem Weg zu dauerhaft ausgeglichenen Haushalten, inklusive Kreditabzahlung und Rücklagen-Auffüllung. Dann wurde Anfang Juni erst die Grundschule Sandheide und acht Wochen später die Kita Kempen durch Brandstiftung vernichtet. Rückt das ehrgeizige, für das schuldengeplagte Erkrath so wichtige Ziel des Haushaltsausgleichs damit in weite Ferne?

Nein, heißt es dazu aus dem Rathaus. „Dank der Versicherungen gehen wir davon aus, dass sich die Brände nicht negativ auf den Ergebnishaushalt auswirken“, erläutert Sprecherin Maria Steinmetz. Konkrete Zahlen lägen allerdings noch nicht vor. Über die Kosten der beiden Neubauten könnten ohne Planungsgrundlagen keine Angaben gemacht werden. Neben den Gebäudeversicherungen gebe es im Fall der Grundschule Sandheide auch noch eine Inventarversicherung.

Für den Neubau der Grundschule würden derzeit Fördermöglichkeiten geprüft, ansonsten werde der – ohnehin schon lange vor dem Brand geplante – Bau von der Stadt finanziert. Die Ertüchtigung der alten Realschule Schmiedestraße als Übergangsstandort für die Grundschule Sandheide soll rund eine halbe Million Euro kosten, zuzüglich Kosten für die neue Einrichtung. Experten, die das Gebäude an der Schmiedestraße gut kennen, sind allerdings der Ansicht, dass die Kosten zu niedrig angesetzt sind. Die Haustechnik sei erneuerungsbedürftig und reiche höchstens für ein Provisorium von einem halben Jahr. Vorgesehen sind aber fünf Jahre.

Die Großbrände haben Auswirkung auf die städtische Prioritätenliste: Bei der Projektplanung werden die beiden Neubauten nun bevorzugt behandelt, so dass anderes mit Verzögerung angegangen wird – nicht der Kosten wegen, sondern weil einzelne Fachleute, etwa Ingenieure und Elektriker, dafür von laufenden Projekten abgezogen werden mussten. Das betrifft vor allem die Sanierungsarbeiten an anderen Schulen, berichtet Steinmetz.