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Erkrath: Supermärkte für Ansturm gerüstet

Erkrath : Erkrather kaufen noch mal groß ein

Maskenpflicht und Hygieneregeln gelten nun. Lieblingsprodukte wie Nudeln und Co. sind ausreichend vorhanden.

Gibt es sie oder gibt es sie nicht, die zweite Welle sogenannter Hamsterkäufe, die in der Bug- der zweiten Corona-Welle folgt?

Eine nicht repräsentative Umfrage am vergangenen Wochenende förderte zumindest in Hochdahler Lebens- und Drogerie-Läden ein klares „jein“ zutage.

Eindeutig mit „ja“ muss die Frage bei Hygieneprodukten beantwortet werden, die Regale für Toilettenpapier, Küchenrollen oder Feuchttücher waren arg geplündert. Das hatte schon jetzt Konsequenzen: bei Aldi und Rossmann gilt eine Beschränkung auf ein Paket pro Einkäufer und bei Lidl auf zwei Pakete pro Tageseinkauf. Manche Discounter werben per Slogan („Paul kauft nur so viel ein, wie er braucht. Er nimmt Rücksicht auf andere.“) darum, diese Art der Limitierung nachzuahmen.

Beim Vollsortimenter vor Ort sieht man bisher vor einer Rationierung ab. Man wolle einen völlig unbegründeten Run auf das, bereits im Frühjahr in den sozialen Medien als „weißes Gold“ kolportierte Toilettenpapier nicht auch noch forcieren. „Es besteht keine Versorgungslücke, wie man angesichts des Kaufverhaltens zahlreicher Erkrather annehmen könnte“, erklärte ein Mitarbeiter. Dieses könne unnötige Mehrkäufe anderer nach sich ziehen, die dies bisher nicht in Betracht gezogen hätten.

Allerdings gab es hier schon Diskussionen mit Kunden, die im Einkaufswagen mehr als die festgesetzte Menge von drei Paketen Mehl liegen hatten. „Das sind unschöne Szenen, für uns Verkäufer, aber auch die anderen Kunden, die das mit anhören müssen“, führte der Mitarbeiter aus.

Und dann führt inzwischen mancher Einkauf zu ungewohnten Dialogen. Denn besagter Vollsortimenter hatte jetzt Mehl im Angebot – ganz ohne Mengenbeschränkung. Ein skeptischer Kundenblick in den Einkaufswagen anderer Kunden, die dieses Produkt ausgesucht hatten, führte ungefragt zu einer wortreichen Erklärung: „Ich hamstere nicht. Das finde unnötig und asozial den gegenüber, die wie meine Mutter selten zum Einkaufen kommen. Für sie ist die Hälfte des Mehls bestimmt. Wir backen beide gern.“

Gleicher Tag, anderer Ort, anderes Szenario: Bei Aldi muss eine Kassiererin höflich, aber nachdrücklich, einer älteren Dame klarmachen, dass sie zwei der vier Toilettenrollen-Pakete im Laden lassen muss. Den berechtigten Einwand des jungen Mannes hinter ihr, dass Corona kein Magen-Darm-Virus sei, pariert sie: „Alle zwei Wochen kommt mein Bruder, der ein Auto hat, dann kann ich einen größeren Einkauf machen.“ Konservendosen in größeren Mengen oder Hefe hat sie nicht im Einkaufswagen. Damit „liegt sie im Trend“, wie eine Supermarkt-Mitarbeiterin auf Nachfrage bestätigt: „Anders als im Frühjahr werden diese Artikel nicht im Übermaß gekauft.“

Jedenfalls bisher vor dem anstehenden Lockdown nicht. „Rational gesehen besteht kein Grund dazu“, wie Händler übereinstimmend sagen. Zu Beginn der Corona-Krise waren die Umsätze mit Toilettenpapier in Drogerien und größeren Supermärkten rasant in die Höhe geschnellt. In der zweiten Märzwoche etwa lag der Umsatz laut Marktforschern mehr als doppelt so hoch wie in der Vergleichswoche 2019.