Erkrath: Mehr als 100 Wünsche wollen erfüllt werden

Erkrath: 135 Wünsche warten auf Erfüllung

In den vier Sparkassen-Filialen in der Stadt sind Weihnachtsbäume mit Wunschzetteln von Kindern und Erwachsenen aufgestellt.

Die Wünsche an den Karten, die an der Tanne in der Sparkasse an der Bahnstraße hängen, sind meist recht bescheiden. Ein fünfjähriges Kindergartenkind wünscht sich einen Familienausflug ins Schwimmbad, ein zwölfjähriger Junge einen neuen Trainingsanzug, der vierjährige Paul will einen Fußball. „Wir erfüllen kleine, zum Teil elementare Wünsche, keinen Luxus“, sagt Vize-Bürgermeisterin Regina Wedding, die mit Marianne Koch und Lore Schulz Patin der Wunschbaum-Aktion ist.

Die Wunschbaumaktion gibt es in Erkrath mittlerweile seit 23 Jahren. „Eine Reihe von Städten, nicht nur im Kreis Mettmann, haben uns diese Aktion nach gemacht. Darüber freuen wir uns sehr“, berichten die Organisatorinnen. In den vergangenen Jahren wurden in Erkrath im Schnitt 100 Wünsche erfüllt.

Die Weihnachtsbäume werden jedes Jahr bei der Kreissparkasse aufgestellt. Neben der Hauptstelle an der Bahnstraße sind es die Zweigstellen in Unterfeldhaus, am Hochdahler Markt und an der Bergstraße, die mitmachen. Hier können sich die Kunden die Wünsche anschauen, und dann entscheiden, ob und welchen der Herzenswünsche sie erfüllen möchten. „Auch unsere Mitarbeiter werden jedes Jahr aktiv und nehmen sich einen der Wünsche vom Baum“, sagt Filialdirektor der Kreissparkasse Wolfgang Soldin.

Verschiedene Organisationen arbeiten zusammen

In diesem Jahr sind es 135 Wünsche, die darauf warten, erfüllt zu werden. Die anonymisierten Karten stammen von Bedürftigen aus Kindertagesstätten, Kirchen, oder der Erkrather Tafel. In diesem Jahr neu mit dabei sind auch Wünsche über die Hilfsorganisation Johanniter gekommen. Daher hatten sich die Organisatoren entschieden, in diesem Jahr ein paar Wünsche mehr aufzunehmen.

Doch nicht nur Kinder werden beschenkt, auch Erwachsene, insbesondere auch Senioren können Wünsche äußern. Häufig werden die Bedürfnisse allerdings von Dritten an die Patinnen weitergegeben. „Ältere Damen schämen sich meist, ihre Wünsche zu äußern, auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten sind, mit denen ihnen jemand eine Freude machen kann“, sagt Marianne Koch. Die Patinnen sind also nur Vermittlerinnen, die Wünsche weitergeben, organisieren und darauf achten, dass die Wünsche erfüllt werden. In die strahlenden Augen der Beschenkten blicken sie nicht, denn alles bleibt anonym. Bei den Wünschen, die am Baum hängen bleiben oder bei etwas größeren Investitionen greifen die Stiftung Abendsonne (Hilfe für Senioren) sowie die Jugendstiftung Erkrath, vertreten durch die Vorsitzenden Erhard Tönjes und Knut Stein, ein. „Wir übernehmen Wünsche, die übrig geblieben sind oder besonders große Wünsche“, sagt Erhard Tönjes, Vorsitzender der Stiftung Abendsonne.

In den vergangenen Jahren waren das beispielsweise ein Handy, eine Waschmaschine, aber auch Hörgeräte oder Zahnersatz für ältere Leute. „Manchmal sind es auch Gutscheine wie etwa für Hunde- oder Katzenfutter“, erklärt Koch.

Die ersten Geschenke konnten übrigens bereits erfüllt werden. So übergaben die Patinnen der Wunschbaumaktion bereits am Montag einen Präsentkorb von Windges und einen vom Blumenfreund in Hochdahl sowie eine weihnachtliche Kassette, die von der Buchhandlung Weber gestiftet wurde, an die Johanniter, die wiederum die Präsente an die Bedürftigen weitergeben. Auch zwei Gutscheine für einen Restaurantbesuch konnten bereits verschenkt werden.

(isf)
Mehr von Westdeutsche Zeitung