Erkrath: Biennale verspricht „Theater hoch zehn“

„Bürgerdinner“ zum Auftakt : Biennale beginnt mit Gaumenschmaus

Die Eröffnung war das einzige Gastspiel in Erkrath. Kulturfreunde dürfen sich freuen.

Die neunte „neanderland Biennale“ ist gestartet. Bis zum 14. Juli werden in allen zehn Städten des Kreises insgesamt 40 Veranstaltungen geboten, die viele Spielarten des (modernen) Theaters abdecken. Die Eröffnung fand dieses Mal in Erkrath statt, mit einem „Bürgerdinner“ unter der Markthalle an der Bahnstraße. Landrat Thomas Hendele begrüßte Vertreter aller zehn kreisangehörigen Städte, darunter die Bürgermeister von Wülfrath und Velbert, und natürlich den Gastgeber, Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz. Das Theaterfestival ist eines der Aushängeschilder der Tourismusregion „Neanderland“ und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Theater10“.

Plätze am Dinnertisch müssen
für 1,50 Euro gebucht werden

„Ich finde, hier unter dem Dach kann man es aushalten“, freute sich Landrat Hendele. Das „Bürgerdinner“ zum Auftakt soll stets mit edlem Ambiente auf den bevorstehenden Kulturgenuss einstimmen. Daher sind die Plätze an den weiß gedeckten Tischen begrenzt und müssen gegen einen symbolischen Betrag von 1,50 Euro reserviert werden. Dafür speist man aber auch in der erlesenen Gesellschaft von Bürgermeistern, Ersten Beigeordneten, Kulturdezernenten und sonstiger Lokalprominenz. Ein paar Vorspeisen hatten die Organisatoren vorbereitet, die übrigen Speisen und Getränke musste man selbst mitbringen. Zur Begrüßung spielte das Bläserensemble der Jugendmusikschule Erkrath bekannte Stücke aus Film und Fernsehen, wie die Eurovisions-Hymne und den „Imperial March“ aus Star Wars.

„Der Kreis und die Städte haben wie zuvor sehr gut zusammengearbeitet“, stellte Thomas Hendele stolz fest. Die Biennale ist ein Gemeinschaftsprojekt, wobei das Kulturamt des Kreises Vorschläge macht und die Städte sich die geeigneten Veranstaltungen aussuchen können. Theresa Naomi Hund war in diesem Jahr zum ersten Mal verantwortlich dabei und hatte das Konzept auf Kreisseite zusammen mit Meike Utke erarbeitet. „Die Art der Veranstaltungen ist sehr unterschiedlich“, erklärt Utke. „Der Untergang der Titanic“ wird durch eine szenische Lesung erlebbar gemacht, während „Die Nibelungen“ von der Gruppe „NN-Theater“ aus Köln neu interpretiert und entschlackt werden. Sogar der Heimatroman „Heidi“ von Johanna Spyri schafft den Sprung auf die Theaterbühne, wobei nur drei Personen alle Rollen spielen – „übrigens auch die Ziegen“ (Thomas Hendele).

Ein besonderes Erlebnis bietet „Das Wetterlabor“, das gleich über 20 Mal im Schaustall Langenfeld stattfinden soll. Es handelt sich um eine theatrische Version des Spiels „Escape Room“, das sich, inspiriert durch die Horrorfilmreihe „Saw“, in den letzten Jahren weltweit verbreitet hat. Bis zu acht Teilnehmer werden zusammen mit Schauspielern in einem Raum eingeschlossen, aus dem sie durch geschicktes Lösen von Aufgaben entkommen sollen. Bürgermeister Christoph Schultz freute sich derweil auf die „Bankal Balkan, eine durchgeknallte Theaterrevue“ der französischen Gruppe „Barzanaüm“, im Anschluss an das Bürgerdinner. „Die Biennale ist das großartige Ergebnis interkommunaler Zusammenarbeit“, sagte Schultz.