Erkrath Bei der Gleichstellung gibt es kleine Fortschritte

Erkrath · Die städtische Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erkrath Annegret Pollmann hat ihre Bilanz für das Jahr 2023 vorgelegt.

 Das Rathaus in Alt-Erkrath ist Hauptsitz der Verwaltung.

Das Rathaus in Alt-Erkrath ist Hauptsitz der Verwaltung.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

(hup) Bei der Gesamtzahl aller Beschäftigten der Stadtverwaltung in Erkrath haben Frauen nach wie vor die Nase vorn, Tendenz steigend: Waren 2022 noch 63 Prozent der 899 Mitarbeitenden Frauen, sind es 2023 bereits 64,2 Prozent von 879 Beschäftigten. Führungspositionen bekleiden sie aber, je höher es geht in der Rangordnung, meist seltener als ihre männlichen Kollegen. So hat es bis 2023 noch keine Frau in der Erkrather Geschäftsbereichsleitung geschafft, 2024 wurde erstmals eine technische Beigeordnete gewählt, die mit Bürgermeister und Kämmerer die Stadtspitze bildet.

Insgesamt liegt die Frauenquote im Führungsbereich bei 51 Prozent, angeführt von Sachgebietsleitungen (57,57 Prozent), gefolgt von Abteilungsleitungen (51,51 Prozent) und Fachbereichsleitungen (33,3 Prozent). Frauen arbeiten in Erkrath häufiger in Teilzeit als Männer und nehmen häufiger Elternzeit (75 Prozent) in Anspruch.

Aufschluss über die Verteilung der Geschlechter über die Fachbereiche – Verwaltung, Technischer Bereich, Feuerwehr und Rettungsdienst, Soziales und Erziehung, Reinigung, Hausmeister, Hilfskräfte, Bibliothekare, Schulsekretärinnen, Beschäftigte der Volkshochschule, Musiklehrer, körperliche Tätigkeiten im Bereich Bauhof – gibt die Statistik nicht. Nur so viel: Im technischen Bereich liegt die Quote der neu eingestellten Frauen 2023 bei 50 Prozent, es wurden 16 Frauen und 16 Männer eingestellt, 2022 waren es im Vergleich 15 Frauen und 20 Männer.

Kindertagesstätten sind weiterhin eindeutig Frauendomäne

Klare Frauendomäne sind nach wie vor die Kindertagesstätten, die einen leichten Anstieg bei neu eingestellten Männern verzeichnen. 2023 wurden 28 Frauen und drei Männer eingestellt, 2022 waren es 29 Frauen und ein Mann. Für den Bereich Kita/OGS bewerben sich immer noch mehrheitlich Frauen. Gemäß gleichstellungspolitischen Zielen würden alle Bewerbungen von Männern berücksichtigt, sofern die Qualifikation stimme, heißt es im Bericht der Gleichstellungsbeauftragten.

Feuerwehr und Rettungsdienst werden nach wie vor stärker von Männern als Beschäftigungsfeld nachgefragt, dort erreicht die Frauenquote zum Stichtag 31.12.2023 nur 17,24 Prozent (15 Frauen und 72 Männer). Im höheren technischen Dienst der Feuerwehr herrschen dagegen ausgeglichene Verhältnisse. Feuerwehren genießen hohes Ansehen in der Bevölkerung, doch seit einigen Jahren häufen sich Berichte darüber, dass sich professionelle Brandbekämpfer an mehreren Orten Deutschlands mit scherwiegenden Vorwürfen – Sexismus, Homophobie und Rassismus – konfrontiert sehen. Die Stadt Erkrath will vorbeugen: Mitte 2023 gab es in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten einen ganztägigen Workshop der Führungskräfte der Erkrather Feuerwehr zum Thema „Feuerwehr gegen Sexismus“.

Themen waren Grundlagen des Sexismus, Geschlechterstereotype sowie präventive Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz. 2024 soll es dazu weitere Schulungen geben – bei der Feuerwehr, aber auch für Führungskräfte und Mitarbeitende der Verwaltung. Die Stadtverwaltung sei in Bezug auf sexuelle Belästigung „keine Insel der Glückseligen“, sagte Gleichstellungsbeauftragte Annegret Pollmann auf Nachfrage der Politik. Details oder Zahlen nannte sie nicht. Es soll in Erkrath aber durchaus Fälle geben, die bis in die juristische Weiterverfolgung gehen.

(hup)
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