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Erkrath: Bauprojekt Wimmersberg in zwei Varianten

Erkrath : Bürger entscheiden mit über Wimmersberg

Im Bürgerdialog des Investors Catella wurden Argumente für und gegen geplante Entwürfe zur Bebauung des Wimmersbergs diskutiert. Noch bis zum 1. März können Erkrather noch ihr Votum abgeben.

Die Stadtverwaltung bat zum Bürger-Dialog, um über den Stand der geplanten Wohnbebauung am Wimmersberg zu informieren. Mehr als 250 Interessierte kamen. Dass so viele Zuhörer da waren, reklamierte Michael Laferi, Vorsitzender der Bürgerinitiative, die massive Kritik an den Plänen des Investors hegt, und nach eigenen Aussagen bereits rund 500 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hat, für sich: „Wenn ich keine Rund-Mail an den Verteiler unserer Initiative geschickt hätte, wären sicher nicht so viele Anwohner und andere Interessierte hier“, erklärte der Diplomingenieur und Stadtplaner.

Rund 750 Wohneinheiten
sind auf dem Areal geplant

Er erschien mit einem selbst ausgearbeiteten Gegenentwurf, den er auch zur Bürgermeister Christoph Schultz und Klaus Franken vom zuständigen Investor zur Begutachtung an die Wand heftete. Letzterer ließ sich diesen Vorschlag mit etwa 450 Wohneinheiten erklären und gegenseitig versprach man sich, miteinander im Gespräch zu bleiben. Der Investor plant, auf dem etwa 7,5 Hektar weiten Areal rund 750 Wohneinheiten – davon 20 Prozent mit sozialer Wohnraumförderung und 20 Prozent mit Kopplung ans Einkommen – samt Kita, Großtagespflege und Parkgarage, Anschlüssen für E-Bikes und E-Autos sowie einer Pkw- und Lastfahrrad-Vermietstation zu errichten., nach neusten Energiestandards, mit großer Parkanlage, die „Grüne Mitte“, erschlossen durch Spielstraßen im Inneren und Zufahrt über eine Einbahnstraße von der Schlüterstraße aus.

Anwohner Ronald Thor hatte Nachfragen zum Verkehrsgutachten: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich nach Bezug die Anzahl der Fahrzeuge noch im dem von Ihnen so genannten ‚grünen‘ Bereich bewegen soll. Ich stehe doch heute schon morgens viel länger als die besagten sieben Sekunden, um in den Kreisverkehr an der Schlüterstraße einzubiegen“, zweifelte er. „Wenn dann noch die Fußgänger, was ich gut finde, durch die Einrichtung von Zebrastreifen Vorrang erhalten, dann sind diese Werte gar nicht mehr zu halten“, rechnete der Familienvater, der auch sagte: „Wenn wir von 500 Wohneinheiten sprächen, wäre ich sofort dabei.“

Wenige haben generell etwas gegen eine geplante Wohnbebauung, befürchten aber Nachteile für die eignen Immobilien. So wie Jost Bieberstein aus der Gartenstraße: „Wie wirken sich die Schallschutzmaßnahmen in Form der geschlossenen Bebauung zur Bahnlinie auf unsere Immobilien in der gegenüberliegenden Garten- oder Kreuzstraße aus?“

Die zahlreichen Bedenken kommentierte Bürgermeister Schultz, man müsse zwischen allen Ansprüchen, die im Einzelnen sicher auch berechtigt sind, eine „Kompromisslinie“ finden. „Ich sage Ihnen nicht Neues, wenn ich Ihnen verrate, dass Klaus Franken als Vertreter der Investoren keine ‚Eier-legende-Woll-Milch-Sau‘ ist. Würden die Anforderungen zu hoch, würde ein Investor auch mal abspringen. Bis zum 1. März können sich die Erkrather äußern, ob ihnen Variante A mit einer Reihenhausbebauung zum Wimmersberg hin oder Variante B, die dort eine riegelartige Bebauung vorsieht, zusagt.