Endlich blüht den Erkrathern mal etwas

Endlich blüht den Erkrathern mal etwas

Mehrfach hatten Initiativen versucht, Brach- oder Wiesenflächen in ein Blumenmeer zu verwandeln. Im Sedental ist es geglückt.

Erkrath. Es blüht neben der Sedentaler Straße. Eine weitere Wildblumenwiese zeigt sich in ihrer Blütenpracht. Dafür wurden Saatgutmischungen mit rund 100 verschiedenen Wildblumen- und Wildkräuterarten auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern ausgesät. Die Stadt Erkrath hatte unter dem Motto „Was blüht bei uns im Sedental?“ zu einem botanischen Spaziergang eingeladen.

Das Angebot wurde nicht nur von interessierten Bürgern wahrgenommen, sondern auch von städtischen Angestellten, darunter Heide Rudolph und Udo Scheeren vom Fachbereich „Tiefbau-Straße-Grün“ und Kristian Kuylaars, Sachgebietsleiter für Umwelt und Abfallwirtschaft. Helga Willmes-Sternberg, Abfallberaterin der Stadt Erkrath, führte das botanisch interessierte Publikum rund um die Wildblumenwiese. Und sie zeigte, was dort wuchs.

Am auffälligsten sind natürlich die Sonnenblumen, aber dazwischen, wenn auch kleiner, wachsen Klatschmohn, Natternkopf, die Rote Lichtnelke, Johanniskraut, Skabiosen und Borretsch. Korn- und Flockenblumen halten ihre Blüten dem Sonnenlicht entgegen. Und eine Urform des Kohls ist auch vertreten.

„Sie ist eine wichtige Nahrungsquelle für Raupen“, betont Helga Willmes-Sternberg: „Eine bunte Blumenwiese ist ohnehin wichtig für alle Tiere in der Nahrungskette.“ Viele Blüten an einem Ort vereint — da erklingt immer das Wort „Bienenschutz“ im Hinterkopf. Dieser soll jetzt auch an der Sedentaler Straße großgeschrieben werden.

Benedikt Nowak, Gärtner

Benedikt Nowak ist städtischer Gärtner. Er hat die Wildblumenwiese mit angelegt und betont: „Nicht alles, was für das menschliche Auge angenehm ist, muss gleichzeitig den Bienen zugutekommen.“ Aber er zeigt sich optimistisch über den Standort und der hier verwendeten Saatmischung.

An der Sedentaler Straße blühen ein- und zweijährige Blumen. Ein buntes Schild mit der Aufschrift „Lasst uns stehen“, gemalt von Kleinkindern, soll vom Blumenpflücken abhalten. „Wie an den Schneisen im Gras sichtbar ist, garantiert das Schild nicht immer Erfolg“, seufzt Helga Willmes-Sternberg.

Um eine solche Wildblumenwiese anzulegen, wird die Grasnarbe zuerst abgetragen. Dann muss untersucht werden, ob der Nährstoffgehalt des Bodens für wilde Blumen geeignet ist. „Er darf nicht zu stark mit Nährstoffen gesättigt sein“, merkt Benedikt Nowak an: „Magerer Boden ist wunderbar geeignet.“ Es wird vertikutiert, umgepflügt und gesät, danach noch eingeharkt und gewalzt — und dann wartet man auf den Sommer.

„Man sollte als Wildblumenwiesen angelegte Flächen einfach in Ruhe lassen“, ist die Meinung von Benedikt Nowak: „Hin und wieder muss man nachhelfen, ansonsten entwickelt sich die Wiese ganz von alleine.“ Jede Aussaat sei ein Experiment. Ob nun Mäharbeiten notwendig seien, muss individuell und nicht pauschal entschieden werden. Jede Wildblumenwiese sei anders, fasst der städtische Gärtner zusammen. Der Ehemann von Helga Willmes-Sternberg, Wolfgang Sternberg, gehört dem Naturschutzbunde Nabu an. Er lobt die Stadtverwaltung sowie alle verantwortlichen Gärtner für den Einsatz. „Eine wirklich tolle Sache“, findet er.