Eifersucht im neuen Gewand

Die Theatergruppe Spotlight aus Erkrath hat den Schiller-Klassiker „Die Räuber“ auf die Bühne gebracht.

Erkrath. „Einer kommt immer zu Schaden, man muss nur dafür sorgen, dass es der Richtige ist.“ Wenn Eifersucht und Rachepläne einer Schwester auf jugendliche Räuberinnen treffen, dann handelt es sich um keinen Vorabendkrimi, sondern um das am Wochenende von der Erkrather Laientheatergruppe Spotlight aufgeführte Stück „Die Räuber“.

Mit der modernen Adaption des Schiller-Klassikers nach Marlene Skala zeigten die Schauspieler der evangelischen Kirchengemeinde Erkrath einmal mehr, dass sie in der Lage sind, auch durch Tragödie und Spannung die Besucher der ausverkauften Räumlichkeiten im Joachim-Neander-Haus an der Bavierstraße mit einem gelungenen Gesamtpaket zu begeistern.

„Anders habe ich das gar nicht erwartet. Ich bin gute und interessante Darstellungsweisen gewohnt, wenn Spotlight auf der Bühne steht“, sagte der Haaner Besucher Jens Hirsel, den die Gruppe bei der Aufführung von „Emilia Galotti“ das erste Mal überzeugte. Besonders gefallen haben ihm die verschiedenen Schattenspiele, die während der eigentlichen Handlung im Hintergrund auf der Bühne stattfanden.

Nachdenklich und anregend wirkte die Inszenierung: Rebellinnen am Rand der Gesellschaft, geleitet von ganz unterschiedlichen Motiven, deren jugendlicher Trotz gepaart mit der familiären Situation der Anführerin Charlotte Moor in einer Tragödie endet.

„Ich finde besonders gut, dass jede Altersklasse auf der Bühne vertreten ist. Da meine Tante heute auch mitgespielt hat, war ich natürlich besonders gespannt, was die Gruppe sich dieses Mal überlegt hat“, sagte die Schülerin Katharina Kleinpaul, die mit ihrem Bruder Max die Premiere besuchte.

Auch Antonina Teichmann kam, um ihre beste Freundin in der Hauptrolle zu sehen: „Dieses Mal war ich ganz gespannt, da ich das Originalwerk von Schiller kenne und mir nicht genau vorstellen konnte, was mich da erwartet.“ Man merke gar nicht, dass es sich um Laienschauspieler aus der Heimatstadt handele.

David Braun war erstmals bei einer Spotlight-Aufführung und kam mit geringen Erwartungen: „Eigentlich stehe ich modernen Umschreibungen von Klassikern kritisch gegenüber, doch ich muss zugeben, die Leistung heute hat mir gezeigt, dass es auch anders geht.“