Digitalpakt am Gymnasium Hochdahl

Erkrath : Gymnasium Hochdahl rüstet digital auf

Vor einem halben Jahr gab es den bundesweiten Startschuss für den Digitalpakt. Es gibt fünf Milliarden Euro. Jetzt müssen die Schulen warten – auch das Gymnasium Hochdahl.

Schulleiter Christof Krügermann steht vor einem Whiteboard, auf das er ein Notensystem projiziert hat. Er zeichnet einige Noten in verschiedenen Farben ein, seine Schreibbewegungen werden digitalisiert und gepixelt auf dem Board nach einer kurzen Verzögerung wiedergegeben. Mit wenigen Klicks löscht er sie wieder. „Kein unnötiger Papierverbrauch, unbegrenzter Platz und Zeitersparnis, weil ich gespeicherte Materialien immer wieder aufrufen kann“, sagt er begeistert.

Für Krügermann ist die Digitalisierung der Klassenräume längst überfällig. Nach dem langen Hin und Her zwischen Bund und Ländern über den Digitalpakt, fließen nun endlich insgesamt fünf Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur deutscher Schulen. Zurzeit liegt das technisch-pädagogische Konzept des Gymnasiums zur Prüfung vor.

Das Gymnasium kann mit
25 000 Euro rechnen

Reicht es aus, kann die Stadt Erkrath für die Schule den Bedarf an die zuständige Landesbehörde stellt. Läuft alles reibungslos, erhält das Gymnasium Hochdahl voraussichtlich bis zu 25 000 Euro. Wann das Geld fließt, steht nicht fest: „Der Schulträger bekommt Geld bis 2024. Wir hoffen auf eine schnellere Auszahlung.“

Mit dem Geld plant die Schule den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur: mehr Laptops und Beamer, ein schulisches WLAN und interaktive Tafeln sollen dabei helfen, den Unterricht in die Zukunft zu befördern. Momentan befindet sich das Gymnasium in einer Testphase und prüft, welche Geräte und Systeme angeschafft werden sollen und welche nicht. So wird beispielsweise in der „Testklasse 8b“ zurzeit das elektronische Klassenbuch ausprobiert. Es ersetzt das traditionelle Papierbuch komplett. Mit einem Klick wird die Anwesenheit eines Schülers vermerkt, Klassenbucheinträge, und Hausaufgaben können verwaltet werden. Besonders praktisch: Auch Eltern können auf die Informationen ihres Kindes zugreifen und so beispielsweise Vertretungspläne abrufen. „Dadurch ist der Informationsfluss zwischen Schule und Eltern viel besser geworden“, sagt Krügermann.

Auch seinen Unterricht kann der Latein- und Musiklehrer durch die mediale Aufbereitung vielfältiger gestalten. Indem er Erklärvideos, Audios und Arbeitsblätter kombiniert, kann er verschiedene Lerntypen ansprechen. „Wir müssen mehrdimensional unterwegs sein, um auditive, visuelle, haptische und kommunikative Lerner einzubinden.“

Das Gymnasium Hochdahl ist jetzt schon gut ausgestattet: Bereits 1998 bekam die Schule ihren ersten Internetanschluss, seit Februar 2019 ist sie an das Breitbandnetz angeschlossen. „Von dem Pakt profitieren alle, die ihn als Ergänzung nutzen“ sagt der Schulleiter. Denn das Neue soll das Alte nicht ersetzen. Die klassischen Kreidetafeln werden nicht abgeschafft, stattdessen koexistieren sie mit den neuen Whiteboards. Auch die alten Rechner bleiben in Betrieb, solange sie noch funktionieren.

Während der Bund für den Ausbau der digitalen Infrastruktur in den Schulen sorgt, kümmern sich die Länder um die inhaltliche Entwicklung, sprich die Fortbildung der Lehrkräfte. So soll sichergestellt werden, dass Lehrkräfte mit der technischen Ausstattung umgehen können. Auch Krügermann nimmt an einem Kursus teil. Ein ganzes Jahr lang ist er einen Tag die Woche Teilnehmer im Zertifikatskurs Informatik, der von der Bezirksregierung in Düsseldorf organisiert wird.

„Dort wird nötiges Know-how vermittelt, die Technologien im Unterricht
einzubringen.“