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Diebe stehlen Tannenbaum aus der Begegnungsstätte

Diebe stehlen Tannenbaum aus der Begegnungsstätte

Der Baum war für die Heiligabendfeier gedacht und stand hinter der Küche. Wann der Dieb kam, steht nicht genau fest.

Erkrath. So ganz glauben kann und will es Monika Thöne, die in Alt-Erkrath die Caritas-Begegnungsstätte an der Gerberstraße leitet immer noch nicht. Aber Fakt ist: Der Eimer hinter der Küche, in dem der von ihr gekaufte Tannenbaum für die Heiligabend-Feier stand, ist leer. Am Dienstag hat ein Besucher den Baum mitgenommen — unbemerkt und ungesehen.

„Zugegeben, ein offenes Haus hat immer zwei Seiten“, sagt Monika Thöne. „Aber aus einer katholischen Einrichtungen einen Tannebaum zu klauen. . .“ Da gehe selbst ihr der Idealismus verloren. Weder sie noch ihre Mitarbeiter wissen, wann genau am Dienstag der Diebstahl begangen wurde.

Dass jemand den Umstand genutzt hat, dass die provisorische Givebox zurzeit im Windfang der Begegnungsstätte untergebracht ist und sich deshalb mehr Besucher dort aufhalten, hält sie für möglich, „aber ich glaube es nicht“, sagt sie. „Das ist richtig schäbig, aber es wird uns nicht daran hindern, weiterzumachen“, betont sie. Verstehen kann sie den Diebstahl dennoch nicht. „Wer immer Hilfe oder ein bisschen Geld braucht, kann gerne zu uns kommen“, sagt sie.

Der Tannenbaum war für den alljährlich von der Einrichtung organisierten Heiligabend für Alleinstehende gedacht. Frauen und Männer kommen dann zusammen, essen gemeinsam, singen und lesen Texte und die Weihnachtsgeschichte vor.

Der Frauenchor Erkrath hatte 20 Euro für die Kaffeekasse spendiert, das Geld nutzte Monika Thöne, um den Tannenbaum auf dem Gerberplatz zu kaufen. Noch hat sie nicht entschieden, einen Ersatzbaum zu kaufen. „Mir geht es dabei gar nicht so sehr ums Geld, ich habe wie viele andere Menschen auch keine Zeit, um mich um einen neuen Baum zu kümmern“, sagt sie.

Aber ein Heiligabend ohne Weihnachtsbaum? „Ich warte noch ein bisschen“, sagt sie. „Vielleicht erbarmt sich ja jemand in der Stadt und schenkt uns einen Baum. Aber spätestens am Montag muss ich dann wohl doch noch einmal los, und eine neue Tanne besorgen.“