Demokratie für Einsteiger - Neuer Jugendrat

Demokratie für Einsteiger - Neuer Jugendrat

Im Frühjahr wird ein neuer Jugendrat gewählt. Ex-Mitglieder werben für das Gremium.

Erkrath. Einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen ihrem Engagement im Jugendrat und ihrer Studienfachwahl stellen Yannic Arnold (19) und Jan Pfeifer (20) nicht her. Aber dass die beiden Erkrather inzwischen Politikwissenschaften an der Universität Duisburg/Essen studieren, könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass sie sich in den vergangenen drei Jahren in dem Gremium engagiert haben.

Etwa alle sechs Wochen haben sie sich mit ihren Mitstreitern getroffen, unter anderem drei Schülerbandfestivals, ein Fußballturnier, einen Kinoabend mit Filmen für Zwölf- und 16-Jährige und ein Speeddebating (Debattieren) mit Politikern und Vertretern der Verwaltung organisiert.

Sie haben Fachausschüsse des Stadtrates verfolgt, mit der Polizei über Probleme von Jugendlichen gesprochen und sich an der Gestaltung des neuen Jugendcafés am Skaterpark in Hochdahl beteiligt.

Jetzt suchen Yannic Arnold und Jan Pfeifer Nachfolger, werben für die Arbeit im Jugendrat und suchen mit Unterstützung von Kinder- und Jugendreferent Werner Meier 22 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren für die anstehende Jugendratswahl im Frühjahr dieses Jahres.

„Vor drei Jahren hat keine Wahl stattgefunden, weil wir für 22 Sitze im Jugendrat 23 Kandidaten hatten“, sagt Jan Pfeifer. Da hätte sich der Aufwand nicht gelohnt. Dieses Mal soll das anders werden.

Und damit im neuen Jugendrat Vertreter möglichst aller Erkrather Schulen sitzen, hat das Gremium auch seine Satzung geändert. „Von jeder Schule sollen mindestens zwei Sitze besetzt werden“, erläutert Jan Pfeifer. Drei Sitze stehen der sogenannten freien Liste zur Verfügung — Jugendlichen, die in Erkrath wohnen, die aber dort nicht mehr zur Schule gehen, zum Beispiel weil sie inzwischen eine Ausbildung begonnen haben. Die restlichen fünf oder mehr Stimmen — wenn sich nicht von jeder Schule zwei Mitglieder finden — werden an die Kandidaten mit den meisten Stimmen vergeben.

„Den Willen, sich zu engagieren, sollten die Jugendlichen mitbringen, wenn sie im Jugendrat mitarbeiten wollen“, sagt Pfeifer. „Wer keine Lust hat, über die Sitzung hinaus etwas zu machen, der ist da falsch“, fügt Yannic Arnold hinzu.

Viel Arbeit liegt in den kommenden Wochen vor den Jugendratsmitgliedern. Sie wollen in die Schulen gehen, Infotische aufbauen und in den Klassen für die Arbeit im Jugendrat werben. „40 Klassen sind es bestimmt, die die jungen Leute aufsuchen müssen“, schätzt Meier und lobt die jungen Frauen und Männer für ihr Engagement. „Denn unser erklärtes Ziel ist, dass wir möglichst viele Jugendliche finden, die sich zur Wahl stellen.“

Meier wird auch den neuen Jugendrat bei seiner Arbeit begleiten. „Ich finde, der jetzige Jugendrat hat viel erreicht“, sagt er. „Das Schülerbandfestival mit knapp 500 Besuchern hat uns Mut gemacht, dass wir etwas erreichen, etwas auf die Beine stellen können.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung