Das wird 2019 wichtig: Die Planungen für die Feuerwache werden konkret, das Bürgerhaus wird saniert und die Haushaltslage soll sich bessern.

Ausblick : Erkrath hat sich 2019 viel vorgenommen

Die größte Herausforderung ist im Rathaus sicherlich der städtische Haushalt. Der soll 2022 erstmals einen Überschuss aufweisen.

Erkrath. Die Änderung des Flächennutzungsplans für weitere 3,8 Hektar der Hochdahler Neanderhöhe ist bereits mit einer Mehrheit aus CDU, BmU und FDP vom Rat beschlossen worden. Noch nicht final abgesegnet ist der Bebauungsplan für die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets. Der Beschluss wurde in der letzten Ratssitzung vertagt, da aus juristischen Gründen eine erneute Bürgerbeteiligung stattfinden muss. Frühestens im Februar/März 2019 ist mit einer abschließenden Behandlung im Rat zu rechnen. Der Kämmerer hat die aus der Erweiterung zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von jährlich einer Million Euro bereits eingeplant. Die Gegner der Erweiterung sammeln dennoch weiter Unterschriften – 2600 müssten zusammenkommen, um ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Mitte Dezember meldeten die Aktiven, 800 Unterschriften gesammelt zu haben.

Feuerwache

Die Aufträge für die Planung der neuen Feuer- und Rettungswache am Clever Feld hat Bürgermeister Christoph Schultz Mitte Dezember 2018 per Unterschrift besiegelt. Der konkrete Planungsprozess für den Neubau wird unter Federführung von Architekt und Feuerwehrfachplaner Markus Stark 2019 beginnen. Mit seinem Team habe er bereits rund 100 Feuerwehrprojekte umgesetzt, im Kreis Mettmann die Wachen in Langenfeld und Monheim, informiert die Verwaltung. Mit den Aufträgen an die Planer der Gebäudeausrüstung, des Tragwerkes und der Einsatzzentrale ist das Kernteam damit aufgestellt. „Auch diese drei Büros haben bereits zahlreiche Wachen erfolgreich realisiert. Das Kernteam wird schrittweise um weitere zehn Fachplaner und Gutachter ergänzt“, heißt es aus dem Rathaus. Zunächst zeigen die Experten Lösungen auf und überprüfen die Kostenermittlungen. Das Ergebnis wird einem externen Controlling unterzogen und im Sommer 2019 im Feuerwehr-Ausschuss vorgestellt. Laut Projektleiter Ulrich Werner können die Bauarbeiten wohl wie geplant im Frühjahr/Sommer 2021 starten.

Bürgerhaus-Sanierung

Im Juni 2018 hatte die Stadt sich am „Klimaschutzwettbewerb NRW” beteiligt – mit Erfolg: Ihr Projekt „Energetische Sanierung Bürgerhaus – Klimakultur in Erkrath“ gehörte zu den Gewinnern und wird im vollen Umfang von 2,9 Millionen Euro vom Land gefördert. Bürgermeister Christoph Schultz freute sich: „Diese Investition wird sich dreifach auszahlen. Neben der Aufwertung des Bürgerhauses werden Umwelt- und Klimaschutz gestärkt und unser Haushalt wird durch die Senkung der Betriebskosten entlastet.“ Losgehen soll es im August 2019. Die Umsetzung des Projekts muss bis spätestens 30. Juni 2022 abgeschlossen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Verwaltung sich allerdings befristet personell verstärken müssen.

Haushalt

Bürgermeister Christoph Schultz und Kämmerer Thorsten Schmitz äußern sich zwar nur verhalten optimistisch, einen ausgeglichener Haushalt halten sie aber für die Zukunft nicht mehr für komplett unrealistisch. Den vom Landrat angemahnten Haushaltsausgleich könnte Erkrath ihnen zufolge 2022 erreichen. Die Lage bleibe allerdings ernst und erfordere „ein hohes Maß an Haushaltsdisziplin“. Der Haushaltsplanentwurf für 2019 beinhaltet allerdings noch ein Defizit in Höhe von 2,44 Millionen Euro. Etwa 1,18 Millionen Euro können dabei aus einer Ausgleichsrücklage gedeckt werden, die im Rahmen des Jahresüberschusses 2017 entstand, heißt es.

Das verbleibende Defizit im städtischen Haushalt von circa 1,26 Millionen Euro müsse der allgemeinen Rücklage entnommen werden, die sich so um 0,84 Prozent verringere. Im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung erwarten Schultz und Schmitz für die Folgejahre bis 2022 bessere Ergebnisse. Im Jahr 2022 prognostiziert der Stadtkämmerer erstmals wieder einen Jahresüberschuss von circa 190 000 Euro. In diesem Jahr sind bereits eine Million Euro Beiträge aus dem Gewerbegebiet Neanderhöhe einkalkuliert. Red

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