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Carl-Fuhlrott Schule: Schub für die Hauptschüler

Carl-Fuhlrott Schule: Schub für die Hauptschüler

Während in Sachen Inklusion gespannt nach Düsseldorf geschaut wird, startet die Carl-Fuhlrott Schule ein neues Projekt.

Erkrath. Inklusion — für Ulrich Schwaab-Bachmann, Leiter des Amtes für Schule, Kultur und Sport, hat es das Wort aus verschiedenen Gründen in sich. Inklusion fordert: Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben, in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das findet auch Schwaab-Bachmann gut. Und als Amtsleiter wartet er in Sachen Inklusion außerdem auf die angekündigte Änderung eines Landesgesetzes. „Dann wissen wir endlich, wo wir dran sind mit Blick auf Erkraths Schulstandorte“, sagt er.

Hintergrund: Vor allem die Zukunft der Förderschulen ist offen. „Wohin genau die Reise auf Landesebene geht, weiß ich nicht. Aber wir müssen abwarten, bis Klarheit herrscht. Vorher können wir nur Modelle durchdenken. Fakt ist: Die Schule am Rathelbecker Weg ist zu groß für die noch 56 Schüler“, so Schwab-Bachmann. Man prüfe derzeit viele Schulstandorte. Entscheidungen fallen aber erst, wenn aus Düsseldorf Klartext kommt.

Wesentlich griffiger ist für Schwaab-Bachmann allerdings ein Projekt, dass in diesen Tagen an den Start geht: Ausbildungspakt Hauptschulabsolventen. Der wird morgen (17 Uhr, Rathaus) dem zuständigen Ausschuss präsentiert. „Wir geben jungen Menschen die Wertschätzung, die ihnen gebührt.“ Das sagt Karin Malzkorn.

Und die Rektorin der Carl-Fuhlrott-Schule mit ihren 323 Jugendlichen lässt keinen Zweifel daran, dass für sie die Hauptschule in Erkrath keineswegs ein Auslaufmodell ist, auch wenn die Albert-Schweitzer-Schule im Sommer ihre Pforten schließt. Das neue Projekt werde sie im Gegenteil stärken. „aber das kommt nicht von allein. Die Schüler müssen sich schon aktiv einbringen, so die Pädagogin. Bereits die Praktika in den neunten und zehnten Klassen sollen noch gezielter greifen.

Gemeinsam mit der Jugendberuftshilfe der Stadt Erkrath ist ein Netzwerk aufgebaut worden. Mit dabei sind zum Beispiel die drei Seniorenwohnheime Rosenhof, CBT St. Johannes und Haus Bavier. Sie bieten Praktikumsplätze an. Im Optimalfall folgt die Ausbildung. Von der Altenpflege bis zum Kochberuf reicht die Palette.

Weiterer Partner sind die Stadtwerke Erkrath. Sie haben eine Ausbildung zum Fachangestellen im Bäderbetrtieb angegeben. Die Kindertagesstätte Gretenberg sieht ein Praktikum als möglichen Einstieg zur Kinderpflegerin oder Erzieherin. Erich Mago Garten und Landschaftsbau sind ebenfalls mit im Boot.

Die Arbeitgeber kaufen allerdings nicht die Katze im Sack. Es gibt einen Leistungskatalog, den Schüler erfüllen müssen. So hat die Note in Hauptfächern mindestens befriedigend zu sein (Ausgleich möglich). Außerdem ist Schul-Engagement nachzuweisen. Pünktlichkeit ist Grundvoraussetung. „Im Sommer haben 20 Prozent unserer Abgänger in eine Ausbildung gewechselt. Das war schon ein Ausnahmejahr. Wenn wir das toppen, wäre das toll“, sagt Karin Malzkorn.