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Bürgerbus: Fahrgastrekord zum Geburtstag

Bürgerbus: Fahrgastrekord zum Geburtstag

Seit drei Jahren ist der Bürgerbus ein Erfolgsmodell. Allein im Juli wurden 2300 Fahrgäste durch Alt-Erkrath transportiert.

Erkrath. Eine große goldene Drei schwebt über der Bushaltestelle am Bouleplatz in Alt-Erkrath. Wanda Eichler steuert mit ihrem Einkaufswagen lachend die kleine Menschenmenge an, die sich dort versammelt hat.

„Herzlichen Glückwunsch“, ruft sie den Fahrern des Bürgerbusses zu. „Ich kenne sie alle, winke ihnen immer zu, wenn ich sie sehe“, sagt sie. Das sei ihre Art der Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement der Fahrer und Vereinsmitglieder.

Seit drei Jahren ist der Bürgerbus das Erkrather Erfolgsmodell. „Vier Jahre habe ich dafür gekämpft, gegen alle Widerstände“, erinnert sich Jürgen Hampel, Initiator und Mann der ersten Stunde. Aus gesundheitlichen Gründen hat er sein Engagement im Vorstand aufgegeben, hinter das Steuer des Bürgerbusses setzt er sich noch regelmäßig.

„Ich freue mich ungeheuer, dass der Bus so gut ankommt“, sagt er. Ihn begeistert auch die Tatsche, dass der Verein finanziell gut dasteht, den Kredit für den Bus bereits früher als geplant zurückbezahlen kann.

„Unser Ansehen steigt weiter“, sagt Wolfgang Peter, der in diesem Jahr den Vorsitz des Vereins übernommen hat. Im Juli habe der Verein wieder einen Fahrgastrekord geknackt, zum ersten Mal seit dem Bestehen wurden 2300 Frauen, Männer und Kinder durch den Stadtteil gefahren. „Wir liegen im Durchschnitt sonst bei 2000 Fahrgästen“, sagt Peter.

„Der Bürgerbus ist ganz wunderbar. Etwas Besseres gibt es nicht“, schwärmt auch Gisela Rüger. Wenn sie zum Friedhof will, nutzt sie den Bürgerbus. „Und wenn mich Freunde besuchen, zeige ich denen Alt-Erkrath bei einer Fahrt mit dem Bürgerbus.“

15 Fahrer, darunter zwei Frauen, gehören zum Team. In drei Schichten bewältigen sie die täglich zehn Runden — samstags sind es nur vier. „Wir sind eine tolle Gemeinschaft“, sagt Peter. Der Service für die überwiegend älteren Fahrgäste ist für alle selbstverständlich.

Rollatoren, Einkaufswagen und -taschen werden behutsam verstaut, bevor die Fahrt weitergeht. Auch wer Hilfe beim Einsteigen oder Anschnallen benötigt, wird nicht im Stich gelassen. Und wer zwischen zwei Haltestellen aussteigen möchte, meldet sich beim Fahrer.

1,50 Euro kostet die Fahrt mit dem Bürgerbus. „Solange wir schwarze Zahlen schreiben, werden wir den Fahrpreis nicht erhöhen“, versichert Peter. Auch für ihn persönlich ist der Erfolg des Bürgerbusses eine Bereicherung. „Ich freue mich immer auf die nächste Schicht“, sagt er. „Das macht mich glücklich.“